Nach Hofer-Rücktritt – so geht es in der FPÖ nun weiter

Bundesparteiobmannstellvertreter Harald Stefan (r.) und FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz
Bundesparteiobmannstellvertreter Harald Stefan (r.) und FPÖ-Generalsekretär Michael SchnedlitzHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Norbert Hofer sorgte mit seinem Rücktritt als FPÖ-Bundesobmann für Überraschung. Wie es in der Partei nun weitergeht.

Norbert Hofer gab am Dienstag seinen Rücktritt als FPÖ-Chef bekannt. Zwar war dieser Schritt nach den internen Streitereien mit Herbert Kickl zu erwarten, für die Partei kam die Nachricht dann doch überraschend. Mit Harald Stefan wurde auch schon ein Nachfolger gefunden, dieser wird das Amt allerdings nur interimistisch bekleiden. Die Parteistatuten sehen nämlich vor, dass der an Dienstjahren älteste Mandatar das Amt übernimmt.

Haimbuchner gegen Kickl

Wer danach den Chefposten bekleiden soll, ist noch offen. Mit Herbert Kickl stünde zwar ein prominenter Nachfolger bereit, doch nicht alle in der Partei sind mit ihm als Bundesobmann einverstanden. "Es wird sehr schwierig werden, eine Persönlichkeit zu finden, die Akzeptanz über alle Bundesländer hat", erklärte Manfred Haimbuchner, FPÖ-Chef in Oberösterreich. Er gilt als interner Kritiker Kickls.

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Die Landeschefs aus Tirol (Markus Abzwerger), Kärnten (Erwin Angerer), Salzburg (Marlene Svazek) und dem Burgenland (Alexander Petschnig) sprachen sich unterdessen für Kickl aus. Die Vertreter aus der Steiermark (Mario Kunasek) und Wien (Dominik Nepp) hielten sich zu möglichen Nachfolgern bedeckt. Haimbuchner, Kunasek und Nepp schlossen unterdessen eine eigene Kandidatur aus.

Bundesparteipräsidium am Montag

Am kommenden Montag wird ein Bundesparteipräsidium stattfinden, wie Harald Stefan bei einer Pressekonferenz bekannt gab. "Ich möchte mich bei Norbert Hofer bedanken. Nach dem Ibiza-Video hat er die Partei in einer sehr unangenehmen Situation übernommen. Wir respektieren seine Entscheidung", so der neue Chef. Laut seinen Angaben würde der Rücktritt mit gesundheitlichen Gründen zusammenhängen. Im Jahr 2003 stürzte Hofer mit dem Paragleiter ab und zog sich schwere Wirbelsäulenverletzungen zu. Die Folgen dieses Unfalls seien bis heute zu spüren.

Stefan hat nun den Auftrag die Gremien einzuberufen, die über den weiteren Vorgang abstimmen werden. Ein Bundesparteitag wird über die Nachfolge entscheiden.

"Die FPÖ liegt bei Umfragen wieder bei 20 Prozent, das ist Norbert Hofer und vielen weiteren Mitarbeitern zu verdanken. Wer auch immer an der Spitze stehen wird, die FPÖ wird immer die freiheitliche Partei bleiben.  Für uns steht weiterhin die Arbeit für die Österreicher und Österreicherinnen im Mittelpunkt. Wir werden uns nicht mit uns selbst beschäftigen", betonte Generalsekretär Michael Schnedlitz.

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