Mitten in der Nacht ging das traditionsreiche Innsbrucker Stiegl Bräu in Flammen auf – jetzt ist auch juristisch das letzte Wort gesprochen. Das Oberlandesgericht Innsbruck bestätigte am Dienstag die bereits im März verhängten Haftstrafen gegen den früheren Pächter des Lokals und seinen Helfer. Beide bleiben für dreieinhalb Jahre hinter Gittern.
Der Erstangeklagte war wegen Brandstiftung verurteilt worden, der ehemalige Pächter wegen Anstiftung zur Brandstiftung sowie schweren Betrugs. Die Staatsanwaltschaft hatte eine höhere Strafe gefordert und gegen die erstinstanzlichen Urteile berufen. Das Oberlandesgericht folgte diesem Antrag jedoch nicht.
"Die Strafen sind nicht korrekturbedürftig", hielt der Vorsitzende des Richtersenats in der Urteilsbegründung fest. Zwar seien die Erschwernisgründe geringfügig ergänzt worden, dennoch bestehe "keiner Korrektur des Strafmaßes". Die verhängten Freiheitsstrafen seien zwar "nicht streng ausgefallen", aber sowohl "generalpräventiv als auch spezialpräventiv ausreichend".
Die Verteidigung sprach sich gegen eine Verschärfung aus. Der Anwalt des wegen Brandstiftung verurteilten Helfers argumentierte unter anderem, sein Mandant sei von Beginn an geständig gewesen und habe damit zur Aufklärung beigetragen. Die Vorstrafen in Bulgarien seien zudem "nicht einschlägig".
Auch der Verteidiger des Ex-Pächters verwies auf dessen Geständnis und dessen bisheriges Leben. Sein Mandant habe vor der Tat "einen tadellosen Lebenswandel" geführt. "Er war Gastronom, Unternehmer und Familienvater", sagte der Anwalt. Eine höhere Strafe wäre "in vielerlei Hinsicht zu streng". Zudem betonte er, der Angeklagte sei mittlerweile nicht mehr drogenabhängig.
In ihren letzten Worten zeigten sich beide Männer reuig. "Es war der größte Fehler meines Lebens und ich bitte um Vergebung", erklärte der Ex-Pächter. Sein Mitangeklagter sagte, er habe "einen großen Fehler gemacht" und wolle künftig "als normaler Mensch arbeiten und leben".
Das Feuer war in der Nacht auf den 2. Juni 2025 ausgebrochen und zerstörte das Traditionsgasthaus nahezu vollständig. Der Sachschaden wurde mit rund 2,5 Millionen Euro beziffert. Acht Bewohner mussten aus den darüberliegenden Wohnungen in Sicherheit gebracht werden, fünf von ihnen – darunter zwei Kinder – kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in eine Klinik.
Laut den Feststellungen im Verfahren hatte der damalige Pächter die Brandstiftung wegen seiner finanziellen Schwierigkeiten, seiner Kokainsucht und der drohenden Räumung des Lokals in Auftrag gegeben. Sein Helfer gab an, wegen eigener Geldprobleme und "aus Solidarität mit seinem langjährigen Freund" mitgemacht zu haben. Für die Tat soll er insgesamt 5.000 Euro erhalten haben.