Zwei Monate nach dem Tod des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera, besser bekannt als "El Mencho", bei einem Militäreinsatz, haben die mexikanischen Behörden jetzt seinen früheren engen Vertrauten und möglichen Nachfolger geschnappt. Audias Flores Silva galt bis zum Tod von "El Mencho" am 22. Februar als dessen "rechte Hand" beim mächtigen Drogenkartell Jalisco Nueva Generación, wie Sicherheitsexperte David Saucedo der Nachrichtenagentur AFP sagte.
Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch teilte am Montag auf X mit, dass Flores Silva im westlichen Bundesstaat Nayarit gefasst wurde. In den Bundesstaaten Jalisco und Zacatecas sollen mehrere Labore zur Herstellung von Methamphetamin unter seiner Kontrolle gestanden haben.
Die US-Behörden hatten eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) für seine Ergreifung ausgelobt und fordern jetzt seine Auslieferung. Der Mexikaner war bereits fünf Jahre lang in den USA im Gefängnis, 2016 kam er wieder frei.
Sicherheitsexperte Saucedo berichtete unter Berufung auf mexikanische und US-Geheimdienstquellen, dass Flores Silva im Namen von "El Mencho" eine Allianz zwischen dem Drogenkartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) und den Chapitos, einer Abspaltung des von Joaquin "El Chapo" Guzmán gegründeten Sinaloa-Kartells, geschmiedet habe. Die Denkfabrik Insight Crime sieht Flores Silva, der auch "El Jardinero" (Der Gärtner) genannt wird, als einen möglichen Nachfolger von "El Mencho" an der Spitze des CJNG.
"El Mencho" wurde am 22. Februar bei einem Armeeeinsatz in Tapalpa im Westen Mexikos tödlich verletzt. Danach blockierten wütende Bandenmitglieder Straßen in mehreren mexikanischen Bundesstaaten und setzten Autos und Geschäfte in Brand. Bei dem Einsatz gegen "El Mencho" und den anschließenden Gefechten zwischen Bandenmitgliedern und Sicherheitskräften kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.
Straßensperren rund um die mexikanische Stadt Reynosa nahe der US-Grenze wurden am Montag nach der Festnahme eines weiteren Kriminellen errichtet. Laut der Regierung des nordöstlichen Bundesstaates Tamaulipas war er Mitglied einer im Grenzgebiet aktiven Bande. Mexikanischen Medien zufolge handelt es sich um Alexander Benavides Flores, den als "R9" bekannten Anführer der Bande Los Metros, einer Abspaltung des Golf-Kartells.
Nach seiner Festnahme errichteten kriminelle Banden mindestens acht Blockaden auf den Schnellstraßen rund um die 690.000-Einwohner-Stadt Reynosa. Mittlerweile haben die Behörden die Lage aber wieder unter Kontrolle gebracht. Bei den Vorfällen wurde laut einem Sprecher der Sicherheitsbehörden von Tamaulipas niemand verletzt.