Ein Festnahme-Coup im September 2025 bei einem Hotel auf der äußeren Mariahilfer Straße brachte mehrere Mitglieder einer international agierenden Drogenbande jetzt in Wien auf die Anklagebank.
Zwei Niederländer (26 und 35) und ein Juwelier aus Wien (38) mussten sich am Donnerstag wegen Drogenschmuggels im großen Stil am Landl verantworten. Sie hatten sich mit Florian Kreiner, Philipp Wolm und Sascha Flatz versierte Verteidiger organisiert – die taten ihr Bestes, die inkriminierten Handlungen ihrer alles andere als unschuldig aussehenden Mandanten kleinzureden.
Der 26-jährige Niederländer (zwei Meter groß, auftrainiert, die Haare zurückgegelt, vergoldete Brille) sei einfach nur ein "unauffälliger" Student, der nur versucht habe, seinen Studentenkredit zurückzuzahlen. Der mutmaßliche Bandenboss, ein ebenfalls niederländischer dunkelhäutiger Ex-DJ – er nannte sich intern "Clark Kent" und soll die Fäden gezogen haben – sei wegen seiner Spielsucht in die Szene abgerutscht. Der einzige Österreicher – ein Wiener Schmuckhändler, der als Abnehmer fungiert haben soll – sei aufgrund einer verlorenen Luxus-Uhr vom kriminellen Besitzer regelrecht zu den Handlungen gezwungen worden.
Für aufmerksame Prozessbeobachter und selbst den Richter spannend: Alle Anwälte bestritten allesamt nur den deutlich höher zu bestrafenden Kokainschmuggel und behaupteten, dass ihren Mandanten von Hintermännern immer nur Ketaminschmuggel aufgetragen wurde. "Keiner wusste, was genau in den Paketen war. Pro Lieferung gab es einfach 1.000 Euro", erklärten die Juristen.
Laut Anklage wurden von dem Trio jedoch über Jahre hinweg Drogen von den Niederlanden nach Österreich gebracht und von Wien aus weltweit in Paketen verschickt – "nach Mexiko, Neuseeland, in die USA und nach halb Europa", so der Staatsanwalt. Ketamin, Kokain und MDMA wurden dabei professionell in "Milka-Schokolade gepresst", in Kerzen, Kosmetikartikel und Spielzeugbällen versteckt – wir berichteten.
Spezialermittler beobachteten die Bande seit Jänner 2023, führten internationale Erhebungen ("Operation Candle Trip"), bis schließlich die Handschellen klickten. Die sichergestellten Suchtmittel beliefen sich laut Schätzungen auf einen durchschnittlichen Straßenverkaufswert von rund sechs Millionen Euro.
Das Urteil fiel am Landl rasch: 4 und 5 Jahre für die Niederländer, 2,5 Jahre für den Österreicher – rechtskräftig.