Vergangenen Donnerstag wurden in Matzen im Bezirk Gänserndorf (NÖ) nach der Kontrolle eines Lokals durch die Fachbereichsleitung Lebensmittelkontrollen des Landes NÖ in einem Kebab-Hühnerspieß Salmonellen festgestellt – "Heute" berichtete.
"Wir wurden von der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf informiert, dass es bei einem Lokal in Matzen einen Verdacht gibt. Wir haben dann am 2. April Proben entnommen, ein vorläufiges Gutachten vom 10. April hat dann den Salmonellen-Verdacht bestätigt", meinte der Leiter der Lebensmittelkontrollen in NÖ, Walter Mittendorfer, zu "Heute".
Das betroffene Lokal bezog das Fleisch von einem Wiener Großhändler mit Cash & Carry-Markt. Es handelt sich dabei um Tiefkühl-Hühnerspieße mit der Chargennummer 008/2026. Laut dem Wiener Marktamts-Direktor Andreas Kutheil stammt die Fleischlieferung aus Polen.
Der Großhändler hat von dort etwa 800 Kilogramm bezogen, wie ein Sprecher des Marktamtes bestätigt: "Insgesamt sollten rund 20 Betriebe die Spieße erhalten haben." Das Marktamt reagierte umgehend: "Wir haben noch am Donnerstag den betroffenen Großhändler aufgesucht und den Betrieb genau geprüft", meint Marktamts-Direktor Kutheil zu "Heute".
Das Marktamt erhielt vom Großhändler ein Kundenverzeichnis: Demnach sind sechs Wiener Betriebe betroffen: "Wir haben alle betroffenen Wiener Hühnerspieße aus dem Verkehr gezogen und in der Tierkadaverentsorgung vernichtet", so der Marktamts-Sprecher. Von weiteren Chargen in den Betrieben wurden zudem Proben gezogen, die derzeit noch im Labor untersucht werden. Allerdings dürfte es in anderen Bundesländern noch 14 betroffene Betriebe geben. In welchen Bundesländern genau, darf das Marktamt nicht bekanntgeben.
Wie genau die Salmonellen in das Fleisch gelangt sind, ist offen: "Es gibt unheimlich viele Wege, wie Fleisch kontaminiert werden kann – etwa durch einfache Berührungen oder Kreuzkontamination. Salmonellen bekommt man relativ leicht. Sie werden erst bei 75 Grad Hitze getötet. Wenn der Kebab also richtig zubereitet wurde, sollte er keine Gefahr sein", erklärt Kutheil.