Bei Frauen, die in Schichten arbeiten und mindestens drei Nachtdienste pro Monat haben, steigt das Brustkrebsrisiko im Laufe der Jahre an. Das berichtet orf.at. Der Grund dafür könnte der durch den Nachtdienst verminderte Melatoninspiegel sein. Dieser körpereigene Botenstoff kontrolliert den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen.
Der Grund dafür könnte der durch den Nachtdienst verminderte Melatoninspiegel sein. Dieser körpereigene Botenstoff kontrolliert den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen.
"Wir haben beobachtet, dass Frauen, die 30 oder mehr Jahre im Schichtdienst arbeiten, ein um 36 Prozent höheres Brustkrebsrisiko haben, als Frauen die eine traditionell geregelte Arbeitszeit haben", sagt die österreichische Onkologin Eva Schernhammer. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern untersuchte sie den Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Nachtarbeit am Brigham and Women's Hospital in Boston.
Geringer Melatoninspiegel
Dort wurden in einer groß angelegten Studie 78.562 Krankenschwestern über zehn Jahre lang beobachtet. Nachtarbeit und die Krebsentstehung Eine achtprozentige Steigerung des Krebsrisikos stellten die Wissenschaftler bei Frauen fest, die ein bis 14 Jahre Schicht gearbeitet hatten. Schon bei früheren Studien konnte festgestellt werden, dass ein geringer Melatoninspiegel, wie er durch Lichteinwirkung in der Nacht entsteht, die Tumorentstehung fördert.
"Die Produktion und Freisetzung von Melatonin in unserem Körper wird durch Dunkelheit gefördert und durch Licht gestoppt. Daher haben Menschen, die in wechselnden Schichtdiensten arbeiten einen niederen Melatoninspiegel", erklärt Schernhammer.
Bisher nur Indizien
"Da Melatonin ein potentieller Wachstumshemmer für Krebszellen ist, glauben wir, dass es wichtig ist diesen Zusammenhang zwischen Lichtkontakt, Melatoninproduktion und Krebsrisiko zu ergründen", so Schernhammer weiter. Bisher weiß man jedoch sehr wenig über den direkten Effekt von Nachtarbeit auf das Krebsrisiko, und im Speziellen auf das Brustkrebsrisiko.