"Hör auf zu reden"

Nacktszene mit 13-Jähriger: Wenders zieht Film zurück

Eine Szene aus dem Film "Falsche Bewegung" sorgt für einen Skandal. Nastassja Kinski war damals 13, als sie oben ohne vor der Kamera stand.
Heute Entertainment
04.06.2026, 10:36
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Eine Nacktszene aus den 1970er-Jahren bringt einen der bekanntesten deutschen Regisseure massiv unter Druck. Nachdem Schauspielerin Nastassja Kinski (65) schwere Vorwürfe gegen den Film "Falsche Bewegung" erhoben hatte, wird das Werk von Wim Wenders (80) vorerst nicht mehr gezeigt.

Wie die Wim Wenders Stiftung bekannt gab, wird der Film aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen. Auslöser ist eine Szene, die heute für heftige Diskussionen sorgt: Kinski ist darin mit nacktem Oberkörper zu sehen, obwohl sie zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13 Jahre alt war.

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"Schneide diese verdammten zwei Minuten raus"

Die Schauspielerin machte kürzlich deutlich, wie belastend die Erinnerung für sie bis heute ist. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" erklärte sie: "Obwohl ich mit 13 noch nicht so viel wusste, habe ich schon gemerkt, dass das nicht in Ordnung war."

Die Aussagen lösten eine neue Debatte über den Umgang mit historischen Filmen und damaligen Produktionsbedingungen aus.

Besonders scharf kritisierte Feministin Alice Schwarzer den Regisseur. In ihrer Zeitschrift "Emma" forderte sie Wenders öffentlich auf, die umstrittene Szene endlich zu entfernen.

"Wim: Höre auf zu reden – und handle! Schneide endlich diese verdammten zwei Minuten raus aus deinem Film!", schrieb Schwarzer.

Wenders selbst räumte inzwischen ein, dass er die Szene heute nicht mehr so drehen würde. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises erklärte der Filmemacher, er würde eine solche Aufnahme heutzutage niemals mehr umsetzen.

Gleichzeitig verteidigte er sein damaliges Handeln. Er habe den Film in einer anderen Zeit gedreht und könne seinem jüngeren Ich deshalb keinen Vorwurf machen.

Rechtliche Schritte angekündigt

Doch genau diese Argumentation sorgt nun für weiteren Ärger. Kinskis Anwalt Christian Schertz wirft Wenders vor, sich seiner persönlichen Verantwortung entziehen zu wollen. Besonders brisant: Laut Schertz verweigere der Regisseur seit Jahren ein persönliches Gespräch mit der Schauspielerin.

Deshalb kündigte der Jurist nun sogar formale rechtliche Schritte an.

Für Wim Wenders entwickelt sich die Debatte damit zu einer Grundsatzfrage: Darf man Filme Jahrzehnte später verändern, wenn einzelne Szenen Beteiligte bis heute verletzen? Oder gehört ein Werk als Zeitdokument unverändert erhalten?

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.06.2026, 10:36
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