Am Samstag geht in Hamburg die Parade zum Christopher Street Day (CSD) über die Bühne. Nach dem schrecklichen Terroranschlag von Berlin ist die Lage im Vorfeld angespannt. Die Polizei befindet sich in Alarmbereitschaft.
Zur Erinnerung: Am vergangenen Samstag soll beim Berliner CSD ein 21-Jähriger mit einem Transporter in eine Menschenmenge gerast sein. Eine Frau (65) starb, weitere Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der mutmaßliche Täter, der sich zum IS bekannt haben soll, wurde bei einem Polizeieinsatz am Sonntag erschossen.
Daher hat die Polizei ihr Sicherheitskonzept verschärft. Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel, dass man alles "intensiv überarbeitet" und Lehren aus dem Berlin-Anschlag gezogen habe.
So sollen doppelt so viele Beamte wie beim letzten Mal im Einsatz stehen. Des Weiteren wolle man im Umfeld der Veranstaltung verstärkt kontrollieren. Besonders brisant: Aufgrund des CSD in Hamburg würden aktuell fünf Gefährder "verstärkt im Blick" der Behörden stehen.
Der Anschlag hat in Deutschland auch Debatten bezüglich schärferer Gesetze ausgelöst. Demnach wollen die Union und der Koalitionspartner SPD über die Fußfessel für Gefährder diskutieren. Berlins CDU-Spitzenkandidat für die Wahl im September, Stefan Evers, möchte bestimmte Moscheevereine verbieten.
Auch hierzu hat Hamburgs Polizeipräsident Stellung bezogen. Die Präventivhaft von Gefährdern wäre für ihn aufgrund von hohen rechtlichen Hürden "keine Allzweckwaffe". Zu den Fußfesseln meinte Schnabel, dass diese eine Tat nicht verhindern würden. Er sei jedoch für eine Einschränkung des Jugendstrafrechts für Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren offen.