Nächstes Jahr geht es der Arbeitszeit an den Kragen

Heuer war das Geld wichtig, bei der nächsten Verhandlung soll es mehr Druck in puncto Arbeitszeit geben.
Heuer war das Geld wichtig, bei der nächsten Verhandlung soll es mehr Druck in puncto Arbeitszeit geben.Getty Images/iStockphoto (Symbolbild)
Rainer Wimmer, Chef-Verhandler der Metaller, blickt zufrieden auf das Ergebnis. Nächstes Jahr plant man einen neuen Vorstoß beim Thema Arbeitszeit.

200.000 in der Metallindustrie Beschäftigte dürfen sich über ein sattes Plus am Lohnzettel freuen. Für jede und jeden gibt es pauschal 75 Euro mehr, zusätzlich steigen die Ist-Löhne um 5,4 Prozent. Niedrige Einkommen profitieren dadurch mehr als hohe, im Schnitt gibt es ein um 7,44 Prozent höheres Gehalt – mehr dazu hier.

Verhandler zufrieden

In der untersten Lohn- und Gehaltsgruppe macht das Plus sogar 8,9 Prozent aus. Damit liegt man schon recht nahe an den eigentlich geforderten 10,6 Prozent, während die Arbeitgeberseite bis zuletzt auf 4,1 Prozent beharrte. Vor der alles entscheidenden Verhandlungsrunde am Donnerstag hatte man sich deswegen bereits die Streikfreigabe geholt, ab Montag sollte es zu Warnstreiks kommen.

Dass das abgewendet wurde und beide Seiten mit dem Kompromiss zufrieden sind, ist unter anderem Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) zu verdanken. 12 Stunden lang wurde diskutiert, erst um halb zwei Uhr Früh konnte man die Einigung per Presseaussendung bekanntgeben. Nur wenige Stunden später war er auf Ö1 im Morgenjournal zu Gast.

Darin sprach er einleitend über ein wiederkehrendes Muster: Erst, wenn in den Betrieben Druck aufgebaut werden, Arbeiter in Betriebsversammlungen gehen, komme Bewegung in die Verhandlungen. Auch wenn die Forderungen anfangs höher waren; "Ja, wir sind zufrieden", sagt Wimmer glasklar. Wirtschaftsforscher hätten immerhin vorausgesagt, dass es unmöglich sei, einen Reallohnzuwachs zu erzielen.

6. Urlaubswoche soll kommen

Dieser schlägt sich aber nur am Papier nieder, denn mittlerweile ist die Inflation in Österreich auf satte elf Prozent geklettert. Man habe jedoch bereits vor Jahren festgelegt, dass man bei den Lohnverhandlungen die durchschnittliche Inflationsrate der letzten zwölf Monate heranziehe.

Auch das Thema der Arbeitszeitverkürzung, sei es die 4-Tage-Woche oder die sechste Urlaubswoche, würde von den Arbeitnehmervertretern "total skeptisch" gesehen. Die Prioritäten lägen heuer eben auf dem Gehalt. "Es kommt ein nächstes Jahr, es kommt eine nächste Verhandlung." 

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