Eigentlich hätte die Mission Artemis 3 die erste bemannte Mondlandung seit über 50 Jahren bringen sollen. Doch jetzt hat NASA-Chef Jared Isaacman die Pläne für das Mondprogramm grundlegend geändert. Artemis 3 wird auf 2027 vorgezogen - allerdings ohne Mondlandung.
Stattdessen soll die Mission als Übungsflug dienen. Die Orion-Kapsel soll im Weltraum mit einem oder zwei Mondlandern zusammendocken. Damit will die NASA wichtige Manöver testen und den Abstand zwischen den Flügen verkürzen.
Wie spiegel.de berichtet, kündigt die NASA nun die Missionen Artemis 4 und Artemis 5 für 2028 an. Es soll also möglicherweise gleich zwei Mondlandeversuche in einem Jahr geben. US-Präsident Donald Trump hatte die Mondlandung bis 2028 per Dekret festgelegt - auch um das Mond-Wettrennen mit China zu gewinnen.
Die Volksrepublik will ebenfalls Menschen auf den Mond bringen und das noch vor 2030 schaffen. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond gelandet. NASA-Boss Isaacman sprach in diesem Zusammenhang von der "glaubhaften Konkurrenz unseres größten geopolitischen Gegners".
Hintergrund der Planungsänderung sind Empfehlungen der Sicherheitskommission der NASA. Das Aerospace Safety Advisory Panel hatte empfohlen, die Ziele für Artemis 3 "angesichts der anspruchsvollen Missionsziele" zu überarbeiten. Die Kommission wurde 1968 nach einem Brand bei Apollo 1 gegründet, bei dem drei Astronauten gestorben waren.
Der neue Plan gehe auf die Bedenken der Kommission ein und werde auch von Trump unterstützt, sagte Isaacman.
Die Mission Artemis 2 soll unterdessen planmäßig stattfinden. Dabei sollen die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen bei einer rund zehntägigen Mission um den Mond herumfliegen.
Allerdings verzögern technische Probleme auch diese Mission. Wegen eines bei der Generalprobe entdeckten Helium-Lecks musste die Rakete zurück ins Montagegebäude. Ein neues mögliches Startdatum gibt es noch nicht, frühestens im April könnte es aber so weit sein.