Moskau

Nawalny-Team beklagt zahlreiche Schikanen bei Begräbnis

Beim Begräbnis von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nahmen trotz einiger Schikanen Tausende Menschen teil. In Wien gedachten die Grünen dem Verstorbenen.

Newsdesk Heute
Nawalny-Team beklagt zahlreiche Schikanen bei Begräbnis
Lyudmila Nawalnaya, die Mutter des Kreml-Kritikers trauert am Sarg um ihren Sohn. 
REUTERS

Am Freitag erwiesen mehrere Tausend Menschen dem bekanntesten Oppositionellen Russlands, Alexej Nawalny, die letzte Ehre. Zwei Wochen nach seinem Tod im russischen Straflager "Polarwolf" wurde Putins größter – und viele befürchten auch sein letzter – Kritiker in Moskau beerdigt. 

Trotz eines Großaufgebots von Polizei und Sicherheitskräften haben sich schon Stunden vor der Beerdigung des Kremlgegners Alexei Nawalny in Moskau Hunderte Menschen versammelt. An der Kirche zu Ehren der Gottesmutterikone "Lindere meine Trauer" im südöstlichen Bezirk Marjino drängten sich Hunderte Menschen an Metallgittern, um sich von dem Oppositionsführer zu verabschieden. Viele trugen Blumen in den Händen.

    Am Freitag wurde der russische Oppositionelle Alexej Nawalny zu Grabe getragen, 
    Am Freitag wurde der russische Oppositionelle Alexej Nawalny zu Grabe getragen,
    REUTERS

    Mehrere Schikanen bei Trauerfeier

    Im Anschluss an die Trauerfeierlichkeiten beschwerten sich Vertreter aus Nawalnys engstem Kreis über mehrere Schikanen. Schon die Freigabe der sterblichen Überreste durch das Leichenhaus verzögerte sich – aus nicht näher bekannten Gründen, wie es heißt. Zudem dauerte es mehr als eine Stunde, um mit dem Sarg in die Kirche zu gelangen.

    Wie internationale Agenturen berichten, wurde Nawalny zu den Klängen von "My way" und "Terminator" in den Boden eingelassen worden. Unklar ist, ob der russische Machtapparat gegen die Unterstützer Nawalnys vorgehen wird. 

    Auch Grüne trauern um Nawalny

    Die Sprecherin der Grünen für Außenpolitik und Menschenrechte, Ewa Ernst-Dziedzic, hat am Freitag gemeinsam mit Agnes Prammer, Elisabeth Götze, Markus Koza, Georg Bürstmayr und Elisabeth Kittl einen Trauerkranz für den ermordeten russischen Oppositionellen Alexej Nawalny vor der russischen Botschaft in Wien niedergelegt. Zeitgleich fanden die Trauerfeierlichkeiten für Nawalny in Moskau statt.

    Das Statement von Ewa Ernst-Dziedzic im Video>>

    Ursprünglich wollte Ernst-Dziedzic persönlich an der Beerdigung des russischen Oppositionellen in Moskau teilnehmen. Doch die russische Botschaft lehnte ihren Visumsantrag ab und verhinderte so ihre Teilnahme. "Das habe ich in meiner langjährigen Tätigkeit als Abgeordnete im Parlament noch nicht erlebt und reiht sich auch in das Gesamtbild der Schikanen ein, die es in Russland selbst gibt, um die Familienangehörigen und die Bevölkerung davon abzuhalten, Nawalny die letzte Ehre zu erweisen", so die Grün-Politikerin.

    Eine Teilnahme am Begräbnis in Russland sei ein Akt des Widerstandes, der schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann, so Ernst-Dziedzic und weiter: "Diese Panik-Aktion Russlands zeigt nur, wie groß die Angst des Kremls sein muss, dass kritische Stimmen und namhafte Persönlichkeiten an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen könnten."

    Während die Politikerin also nicht nach Russland reisen durfte, um Nawalny die letzte Ehre zu erweisen, war das offizielle Österreich durch die Botschaft bei der Trauerfeierlichkeit vertreten. Auch ein Kranz wurde im Namen der Republik niedergelegt (siehe Bildstrecke oben).

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      picturedesk.com; "Heute"-Montage

      Auf den Punkt gebracht

      • Trotz verschiedener Schikanen und Behinderungen, die die Begräbnisfeierlichkeiten für den verstorbenen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny begleiteten, nahmen Tausende von Menschen an der Beerdigung in Moskau teil
      • Vertreter des Nawalny-Teams beklagten die Verzögerung bei der Freigabe der sterblichen Überreste und die Schwierigkeiten bei der Durchführung der Trauerfeier
      • Auch die Grünen in Wien gedachten des Oppositionellen und kritisierten die Verweigerung eines Visums für die Teilnahme an der Beerdigung in Russland
      red
      Akt.
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