Politik

Nehammer reiste ins Kärntner Katastrophengebiet

Am Freitagnachmittag sind auch Kanzler Nehammer und Minister Totschnig in Kärnten angekommen. Sie versprechen weitere Hilfen.
Leo Stempfl
01.07.2022, 20:19

Bundeskanzler Karl Nehammer und Bundesminister Norbert Totschnig machten sich am Freitag persönlich ein Bild von der Lage vor Ort im Katastrophengebiet Treffen. Das Gegendtal im Kärntner Bezirk Villach-Land war in den Morgenstunden des 29. Juni 2022 Schauplatz extremer Hochwasser- und Murenereignisse. Eine Starkregenzelle mit Niederschlagsmengen bis zu 118 Millimeter pro Quadratmeter in nur drei bis vier Stunden löste unter anderem am Arriacherbach, im Treffnerbach und im Pöllingerbach, schwere Überflutungen und Vermurungen aus.

Zahlreiche Wohngebäude und Wirtschaftsbetriebe wurden stark beschädigt. Die Straße nach Arriach wurde an mehreren Stellen zerstört, sodass der Ort von der Außenwelt abgeschnitten war.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Finanzielle Hilfe angekündigt

Viele Kärntner stehen nun vor den Trümmern ihrer Existenz, merkt mitfühlend Nehammer an. Die Bundesregierung tue, was notwendig ist, um den Betroffenen jetzt so gut und so schnell es geht zu helfen. "Wer schnell hilft, hilft doppelt - und wir tun beides. Dazu gehört nicht nur der Einsatz des Bundesheeres im Krisengebiet, sondern auch die finanzielle Unterstützung mit Mitteln aus dem Krisenkatastrophenfonds."

In diesem Zusammenhang sei es auch wichtig zu erwähnen, dass jede Investition in das Bundesheer gleichzeitig auch eine Investition in die Sicherheit und Krisenvorsorge unseres Landes sei. "Ich danke den derzeit 100 Soldatinnen und Soldaten vor Ort, aber auch allen Hilfsorganisationen, wie der Freiwilligen Feuerwehr und der Wasserrettung für ihren bedingungslosen und unermüdlichen Einsatz", sagt der Bundeskanzler.

Ausnahmesituation

Dem schließt sich Norbert Totschnig voll und ganz an. "Diese Ausnahmesituation zeigt einmal mehr, wie wichtig der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft ist und wie wichtig die gute Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Gemeinden ist." Es sei bestehenden Schutzmaßnahmen zu verdanken, dass noch größere Katastrophen verhindert werden konnten.

Im Jahr 2021 hat der Bund mehr als 188 Mio. Euro in den Schutz vor Naturgefahren in Österreich investiert. Konkret sind nun weitere Maßnahmen der Wildbachverbauung im Rahmen des Projektes Pöllingerbach (dafür bereits rund 2,2 Mio. Euro projektiert), sowie des Hochwasserschutzes am Treffnerbach (rund 15 Mio. Euro projektiert) erforderlich. Ein weiteres Schutzprojekt wird – nach Erhebung der umfangreichen Schäden – auch am Arriacherbach zu realisieren sein. Bundesminister Totschnig abschließend: "Investitionen in den Schutz vor Naturgefahren sind Investitionen in die Sicherheit und Zukunft der Menschen."

"Die Abteilung Wildbach- und Lawinenverbauung, die zu meinem Ressort gehört, leistet hier seit Jahrzehnten erfolgreiche Präventionsarbeit. Insbesondere am Pöllingerbach konnte das vor wenigen Monaten fertig gestellte Sperrenbauwerk 20.000 Kubikmeter Geröll, Schlamm und Wildholz einer Mure zurückhalten, die sonst verheerende Personen- und Sachschäden im Ortszentrum von Treffen verursacht hätten."