Der Rauchmelder ist keine runde, aber schlaue Sache

Mit Protect liefert Nest nicht nur einen quadratischen statt einen runden Rauchmelder, sondern auch gleich einen äußerst intelligenten ab.
Rauchmelder sind nicht nur Lebensretter, sondern vielfach auch gesetzlich notwendig. In österreichischen Wohnungen muss mit Ausnahmen in allen Aufenthaltsräumen sowie in Gängen,

über die Fluchtwege führen, jeweils mindestens ein unvernetzter Rauchwarnmelder installiert werden. Viele neue Wohnungen haben Rauchmelder bereits eingebaut. Meist haben sie aber ein Problem: ist keiner daheim, plärren sie den Alarm umsonst vor sich hin. Und ist kein Nachbar da, weiß man nicht einmal, dass etwas passiert ist.

Hier will Nest mit seinem Protect, mittlerweile in der 2. Gerätegeneration, Abhilfe schaffen. Der Rauch- und Kohlenmonoxidmelder kommt allerdings so ganz anders als herkömmliche Geräte daher. Der Melder (13,5 x 13,5 Zentimeter, 3,85 Zentimeter hoch) zeigt sich quadratisch statt rund, ist ansehnlicher und etwas größer als der Standard-Melder und verfügt über einen LED-Ring in der Mitte.

Die Inbetriebnahme geht zackig von der Hand. Über die Nest-App bekommt man eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die man innerhalb gut 5 Minuten inklusive der Montage abgehandelt hat.

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Einfach die Nest-App am Smartphone installieren, einen Protect zur Installation auswählen und los geht es. Wird am Protect der Batteriestreifen abgezogen, ist das Gerät aktiv. Auf der App kann man nun den Raum auswählen, den der Protect schützen soll und muss nur noch das Gerät mit dem WLAN vernetzen.

CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Schnelle Inbetriebnahme, zuverlässiger Alarm

Wer bereits Rauchmelder installiert hat, ist im Vorteil: die mitgelieferten Schrauben und die Montageplatte des Protect passen auf die Halterungen vieler Melder anderer Hersteller und muss nur ausgetauscht werden. Ansonsten wird die Montageplatte des Protect wie jene eines Standard-Melders mit vier Schrauben an der Decke montiert. Der Protect selbst wird dann einfach auf die Platte aufgesetzt und mit einem Dreh fixiert.



Blaues Leuchten: der Protect wird mit der App und dem WLAN verbunden. (Bild: heute.at)


Was kann der Protect nun eigentlich, was andere Geräte nicht können? Im Kern sendet Protect einen Alarm auf das Smartphone, wenn Rauch oder Kohlenmonoxid gemessen wird. Das klappte im Test mit zwei Protect – einer im Wohnraum samt Küche, einer im Schlafzimmer – zuverlässig. Sowohl beim Test mit einem Rauchspray als auch beim Test mit einem brennenden Stück Papier schlug der jeweilige Protect sofort Alarm, ignorierte dafür Wasserdampf beim Kochen gekonnt. Bei weiter entfernten Rauch- und Gasaustritts-Versuchen erfolgte spätestens nach 20 Sekunden ein Alarm.

Smarte Benachrichtigungen

Eine Sirene ist dabei schön und gut, der Protect geht aber einen Schritt weiter. Das Gerät meldet sich beim Besitzer vor dem sehr lauten Alarm mit einer Sprachbenachrichtigung, die die Art des Alarms (Rauch oder Kohlenmonoxid) wie auch den betroffenen Raum beinhaltet. So ist man nicht nur vorgewarnt, sondern hat im Ernstfall wichtige Informationen sofort zur Hand. So meldet auch der Protect im Schlafzimmer, dass etwas im Wohnzimmer nicht stimmt.

Das mit sechs AA-Batterien versorgte Gerät checkt auch selbstständig mehrmals täglich seine Sensoren und den Batteriestatus sowie monatlich die Sirene. Über die App bekommt man vorab eine Benachrichtigung über einen anstehenden Testalarm und kann zudem die bevorzugte Zeit festlegen und kann zudem das Ergebnis aller Checks sehen. Außerdem kann man über die App den Alarm stoppen – etwa, wenn man nicht daheim ist und bereits die Einsatzkräfte alarmiert hat oder wenn ein (im Test nicht vorgekommener) Fehlalarm losgeht.

Farbenspiel im LED-Ring

Herzstück des Protect ist der LED-Ring mit verschiedenen Farb-Anzeigen. Im Normalbetrieb ist der Ring unbeleuchtet. Ein gelbes Leuchten bedeutet, dass eine kleine Menge Rauch gemessen wurde, nicht genug für einen Alarm, aber genug, um den Besitzer sicherheitshalber vorzuwarnen. Bei einem roten Leuchten hat die Rauch- oder Kohlenmonoxidkonzentration ein kritisches Level erreicht und der Alarm wird ausgelöst. Ein blaues Leuchten zeigt, dass der Protect mit der Nest-App und dem WLAN verbunden wurde.

Schaltet man abends das Licht im Raum ab und leuchtet Protect kurz grün, aktiviert sich eine Besonderheit des Geräts: der Nachtwächter. Das grüne Licht zeigt dabei an, dass alles in Ordnung ist und die Sensoren sowie Batterien einwandfrei funktionieren. Gefürchtete "Batterie leer"-Alarme um Mitternacht bleiben damit aus. Geht man im Dunkeln unter einem Protect vorbei, leuchtet der Ring für fünf Sekunden weiß. Das ist ein Nachtlicht des Protect über Bewegungssensoren, das angenehm dezent und anpassbar ist und eine minimale Sicht ermöglicht. Hat man den Melder über dem bett, schaltet man die Funktion aber lieber ab, wenn man sich viel bewegt.

Fazit

Auch wenn Nest Protect ein WLAN-Netz benötigt, ein Ausfall bedeutet kein absolutes Lahmlegen des Geräts. Die Rauch- und Gaserkennung funktioniert weiter, sind mehrere Protect im Einsatz kommunizieren sie untereinander über ein eigenes Funknetzwerk. Nur eine Benachrichtigung an das Smartphone bekommt man dann nicht. Protect kann sich übrigens auch mit einer großen Anzahl Smart-Home-Geräte verbinden, etwa Google Home oder Philips-Hue-Leuchten. Wer die Nest-Ausstattung um eine Kamera ergänzt, bekommt außerdem zu sehen, was da gerade in der Wohnung anbrennt.

Mit 129 Euro pro Gerät und 349 Euro für das Dreierpack ist Protect einer der teuersten Rauchmelder auf dem Markt – dafür aber auch einer, wenn nicht der effektivste. Wie bei Nest üblich ist die Inbetriebnahme ein Kinderspiel, die App übersichtlich und aufgeräumt und die Funktionsweise herrlich dezent. Wer einfach einen smarten Rauchmelder haben will, findet eindeutig günstigere Alternativen. Doch will man keine Abstriche machen, soll der Melder in ein Smart Home integriert werden oder sind schon andere Nest-Produkte vorhanden, ist Protect das Gerät der Wahl.

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