Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist überzeugt: Der Krieg gegen den Iran ist noch nicht vorbei. Zuerst müsse der iranische Vorrat an angereichertem Uran "hinausgeschafft" werden, sagte Netanjahu in einem am Sonntag veröffentlichten Interview-Auszug mit dem US-Sender CBS. "Es gibt noch Anreicherungsanlagen, die demontiert werden müssen", ergänzte er.
Auch sonst bleibe "noch Arbeit zu tun" und es seien noch nicht alle Kriegsziele erreicht, betonte Netanjahu. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe in dem Krieg, der am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen hat.
Auf die Frage, wie das Uran entfernt werden könne, sagte Netanjahu: "Man geht hinein und holt es raus." US-Präsident Donald Trump habe eine ähnliche Haltung. "Ich werde nicht über militärische Mittel sprechen, aber der Präsident – was Präsident Trump zu mir gesagt hat: 'Ich will da reingehen.'"
Netanjahus Aussagen stehen im Gegensatz zu öffentlichen Wortmeldungen Trumps: Der Iran sei "militärisch besiegt", sagte der US-Präsident in einem vor wenigen Tagen aufgezeichneten und am Sonntag ausgestrahlten Interview mit der unabhängigen Fernsehjournalistin Sharyl Attkisson. Das angereicherte Uran könne "wann immer wir wollen" entfernt werden: "Wir werden es irgendwann bekommen, wann immer wir wollen. Wir haben es unter Beobachtung." Er fügte hinzu: "Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon wissen und wir werden sie in die Luft jagen."
Laut Trump kann das US-Militär "für zwei weitere Wochen eingreifen und jedes einzelne Ziel angreifen." Er betonte: "Wir haben bestimmte Ziele, die wir ins Visier genommen haben, und wir haben wahrscheinlich 70 Prozent davon erledigt, aber es gibt andere Ziele, die wir möglicherweise noch treffen könnten." Das wären aber nur "letzte Feinarbeiten".
Der 79-jährige US-Präsident steht in den USA innenpolitisch unter immer größerem Druck, den Iran-Krieg zu beenden. Er beharrt darauf, dass das iranische Atomprogramm eingedämmt worden sei.