Tabuthema

Peinliches Problem vieler Männer – neue App soll helfen

Eine neue App soll Männern mit vorzeitigem Samenerguss helfen – erste Studien zeigen deutliche Verbesserungen und mehr Selbstbewusstsein.
Heute Life
17.03.2026, 17:53
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Vorzeitiger Samenerguss ist eines der häufigsten sexuellen Probleme bei Männern – und dennoch ein Thema, über das nur selten offen gesprochen wird. Viele Betroffene empfinden Scham oder Unsicherheit, obwohl die Ursache oft harmlos ist und sich in vielen Fällen gut behandeln lässt.

Neue App "Melonga"

Eine neue App mit dem Namen "Melonga" will Männern helfen, einen vorzeitigen Samenerguss beim Sex zu vermeiden. Entwickelt wurde sie von der European Association of Urology (EAU) und baut auf aktuellen Forschungsergebnissen auf.
Laut den Forschern kommen etwa 30 Prozent der Männer beim Geschlechtsverkehr zu früh. Trotzdem holen sich nur die wenigsten Hilfe. Die Ursachen vorzeitigen Samenergusses sind komplex und umfassen Beziehungsprobleme sowie psychische Faktoren wie Angstzustände, Stress und Depressionen. Viele Männer leiden darunter unter Sorgen und Versagensängsten, was sich auf ihre Beziehungen auswirken kann. Die gängigsten Behandlungsmethoden, wie Tabletten oder Cremes, lindern jedoch lediglich die Symptome, nicht aber die Ursache. Viele Männer brechen die Behandlung daher nach einer Weile ab.

Die App basiert auf einer Studie namens CLIMACS, die auf dem Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU26) in London vorgestellt wurde. Dabei wurde mit 80 Männern getestet, wie hilfreich so ein digitales Angebot aus medizinischer Sicht sein kann. Die Teilnehmer haben ein 12-wöchiges Programm durchlaufen, das eine Mischung aus ärztlicher Betreuung, Achtsamkeits- und Wahrnehmungsübungen sowie kognitiver Verhaltenstherapie bietet.

Was kann die App?

Bei einem vorzeitigen Samenerguss ejakulieren Männer typischerweise früher als gewünscht, meist innerhalb von 60 Sekunden nach dem Eindringen. Das Problem beginnt oft im Kopf. Genau da setzt die Melonga-App an.

Die App vermittelt Männern verschiedene therapeutische Techniken, Tipps und Übungen, die von Urologen und Psychologen entwickelt wurden, und bietet ihnen evidenzbasierte Informationen zum Thema. Dieses angeleitete Training hilft Männern, ihre Erregung zu regulieren und die Ejakulation besser zu kontrollieren. Es umfasst Achtsamkeitsübungen, Übungen zur Steigerung des Erregungsbewusstseins und kognitive Verhaltenstherapie sowie praktische Übungen zur Verbesserung der Ejakulationskontrolle, wie beispielsweise die "Start-Stopp"-Technik. Dabei wird die Stimulation unterbrochen, sobald man merkt, dass es bald so weit ist.

Die Studienteilnehmer mussten unter anderem messen, wie lange sie von der Penetration bis zur Ejakulation brauchen, und dazu Fragebögen ausfüllen. Drei Monate später zeigte sich: Die Zeit bis zum Samenerguss hat sich verdoppelt – von 61 auf 125 Sekunden. Bei einer Vergleichsgruppe, die die App nicht verwendet hat, gab es keine Veränderung. Außerdem ist durch das Programm auch das Selbstbewusstsein der Nutzer gestärkt worden. 22 Prozent der Männer gaben an, nach dem Programm gar keinen vorzeitigen Samenerguss mehr zu erleben. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Therapie per Smartphone durchaus helfen kann – auch bei Problemen, über die viele lieber schweigen.

Ab 1. Mai im App-Store verfügbar

In der EU ist die App bereits als medizinische Anwendung zugelassen. Wer sie nutzen möchte, kann sie ab 1. Mai in den App-Stores für iOS und Android herunterladen. Derzeit ist sie nur über die Website erhältlich. Das gesamte Therapieprogramm dauert 12 Wochen. Für die ersten 12 Abonnenten gilt ein Sonderpreis von 169 Euro, danach 299 Euro. Das klingt aufs Erste teuer, aber auch Medikamente und Psychotherapie kosten hunderte Euro.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.03.2026, 17:53
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