Beim AC Milan überschlagen sich die Ereignisse. Noch vor wenigen Tagen deutete vieles darauf hin, dass der italienische Topklub sportlich künftig stark deutsch-österreichisch geprägt sein könnte. Doch nach der Absage von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick scheint nun auch Oliver Glasner nicht mehr die erste Wahl als Trainer zu sein.
Denn auf der Trainerbank gibt es nun eine Kehrtwende. Glasner galt in italienischen Medien wochenlang als heißester Favorit auf die Nachfolge von Massimiliano Allegri. Der Österreicher soll in einem sechsstündigen Gespräch mit Cardinale und Klub-Berater Zlatan Ibrahimovic überzeugt haben. Sogar von einem Zweijahresvertrag und einem möglichen Jahresgehalt von bis zu vier Millionen Euro inklusive Boni war bereits die Rede.
Doch jetzt soll ein anderer die besten Karten haben: Laut "Gazzetta dello Sport" setzt Milan nun auf Ruben Amorim. Der Portugiese soll zeitnah unterschreiben und einen Vertrag bis 2028 erhalten. Bei Erfolg würde sich das Arbeitspapier um eine weitere Saison verlängern.
Amorim machte sich mit zwei Meistertiteln mit Sporting Lissabon in den Jahren 2021 und 2024 einen Namen. Im November 2024 übernahm er Manchester United, dort blieb der große Erfolg aber aus. Im vergangenen Jänner musste der 41-Jährige wieder gehen.
Rangnick bestätigte am Samstag, dass er österreichischer Teamchef bleibt und den "Rossoneri" eine Absage erteilt hat. Der Deutsche wollte dem Vernehmen nach nicht nur eine zentrale Rolle im sportlichen Bereich übernehmen, sondern auch mehrere Vertraute mit nach Mailand bringen und den Klub neu ausrichten.
Milan-Eigentümer Gerry Cardinale konnte sich offenbar nicht dazu durchringen, Rangnick derart viel Macht zu geben. Weil der 65-Jährige vor Österreichs WM-Auftakt gegen Jordanien am Mittwoch Klarheit wollte, zog er schließlich selbst die Reißleine. Cardinale und Ibrahimovic sollen inzwischen vor allem von Amorims Spielidee überzeugt sein. Nach dem Rangnick-Nein richtet Milan den Blick zudem auf Frankfurts Sportboss Markus Krösche als möglichen neuen technischen Direktor.