Neue EU-Regel – das passiert jetzt mit den Cola-Deckeln

Die Deckel müssen ab 2024 fix mit der Flasche verbunden sein.
Die Deckel müssen ab 2024 fix mit der Flasche verbunden sein.Coca Cola Deutschland
Ab April kommen die ersten Plastikflaschen mit den neuen Deckeln auf den Markt. Damit soll weniger Plastikabfall in die Umwelt gelangen. 

Die EU verlangt, dass Plastikflaschen ab 2024 einen fixen Deckel haben. Weil sich der Deckel nicht mehr von der Flasche lösen lässt, soll es weniger Plastikabfälle geben. Auch die Schweizer Getränkeproduzenten übernehmen das Verfahren.

Ab 2024 Pflicht

Plastikflaschen mit fest verbundenem Deckel gibt es im Ausland schon länger. Ab 2024 ist der fixe Deckel bei PET-Flaschen gemäß EU-Verordnung Pflicht. Damit soll weniger Plastikabfall in die Umwelt gelangen. Die Getränkelieferanten in der Schweiz ziehen ebenfalls mit, wie die "SonntagsZeitung" schreibt.

Bei der Eistee-Marke "Fusetea" kommen die ersten Flaschen mit dem neuen Verschluss im April auf den Markt. Diese importiert der Coca-Cola-Konzern aus dem Ausland. Ab Herbst sollen auch die Schweizer Abfüllanlagen von Coca-Cola mit der Neuerung laufen.

Obwohl die EU-Regelung in der Schweiz nicht gilt, übernehmen sie auch Schweizer Produzenten wie Ramseier. Der Süßmost der Firma wird fast ausschließlich in der Schweiz verkauft. Doch das Unternehmen geht davon aus, dass es mit der neuen EU-Regel praktisch keine anderen Deckel mehr geben wird.

Reaktionen der Kundschaft fallen negativ aus. Der Deckel im Gesicht sei unpraktisch, heißt es. Auch die Getränkebranche klagt wegen hoher Kosten für die Umstellung. Wirtschaftsprüfer PWC machte im Auftrag der Branche im Jahr 2018 eine Berechnung und kam auf Kosten in Höhe von 2,7 bis 8,7 Milliarden Euro.

Nutzen für die Umwelt gering

Die PWC-Studienautoren rechneten außerdem damit, dass durch das neue Verfahren mehr Kunststoff benötigt und damit die Umwelt zusätzlich belastet wird. Dies ist aber zumindest beim patentierten Verschluss der Schweizer Firma Corvaglia nach eigenen Angaben nicht der Fall. Das Unternehmen zählt zu den größten Flaschendeckel-Herstellern der Welt.

Allerdings ist auch der Nutzen für die Umwelt gering. Bei einer Aufräumaktion des WWF im Jahr 2018 machten Plastikdeckel 0,8 Prozent des gesammelten Abfalls aus. Auch Greenpeace glaubt nicht, dass der neue Deckel das Abfallproblem löst. "Das Ganze ist nicht sehr praktisch. Viele werden wohl versuchen, den Deckel mit Gewalt abzureißen", sagt Florian Kasser von der Umweltschutzorganisation.

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