In der Klinik Donaustadt

Neue Frauenambulanz hilft, wenn Ärzte nichts finden

Eine psychosomatische Frauenambulanz soll helfen, wenn bei gynäkologischen Beschwerden keine körperlichen Ursachen erkennbar sind.
Wien Heute
21.08.2026, 23:52
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Viele Frauen leiden unter gynäkologischen Beschwerden, für die trotz zahlreicher Untersuchungen keine ausreichende organische Ursache gefunden werden kann. Schmerzmittel helfen mitunter nur kurzfristig, die Beschwerden können den Alltag massiv beeinträchtigen und sogar dazu führen, dass sich Betroffene sozial zurückziehen.

"Auch, wenn sich keine ausreichende organische Ursache finden lässt, sind die Beschwerden real und bedeuten einen enormen Leidensdruck. Psychosozialer Stress, belastende Lebenssituationen oder traumatische Erfahrungen können körperliche Symptome beeinflussen oder verstärken", erklärt Lena Maria Röhsler, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Psychologin sowie Psychotherapeutin in Fachausbildung an der Klinik Donaustadt.

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Mit Schmerzen anders umgehen lernen

Genau hier setzt die neue Psychosomatische Frauenambulanz der Klinik Donaustadt an. Körperliche und seelische Aspekte werden gemeinsam betrachtet. Ziel ist es, die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern.

"Auf der Psychosomatischen Frauenambulanz bekommen Frauen oft erstmals Raum, neben ihrer Krankengeschichte auch persönliche und psychosoziale Belastungen anzusprechen. Durch Gespräche und beispielsweise die Teilnahme an der chronischen Schmerzgruppe lernen sie, mit den Schmerzen und ihren Belastungen anders umzugehen", erklärt Gabriela Wardegger-Szivak, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Klinik Donaustadt, die gemeinsam mit Röhsler die neue Ambulanz leitet.

Psychische Belastungen

Das Angebot richtet sich an Frauen mit gynäkologischen Beschwerden, bei denen ein psychosomatischer Zusammenhang vermutet oder bereits erkannt wird. Dazu zählen neben chronischen Unterbauchschmerzen etwa Beschwerden rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und Menopause sowie Inkontinenz und sexuelle Funktionsstörungen.

Auch traumatische Erfahrungen oder psychische Belastungen im Zusammenhang mit lebensverändernden gynäkologischen Erkrankungen wie Krebs können sich körperlich ausdrücken.

Zusammenhang zwischen Schmerzen und Überlastung

Die Patientinnen werden gemeinsam von Fachärztinnen aus Gynäkologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie betreut. Angeboten werden psychosomatische Diagnostik, Beratung und Krisenintervention, Kurzzeit-Psychotherapie sowie Gruppenangebote und Empfehlungen für weiterführende Unterstützung.

In einer Gruppe für chronische Schmerzen lernen Patientinnen beispielsweise, welche Zusammenhänge zwischen Schmerzen, Überlastung und emotionalen Konflikten bestehen und wie sie selbst Einfluss auf die Schmerzen nehmen können.

Gynäkologische Abklärung als Voraussetzung

"Es ist für uns ein toller Erfolg, wenn Patientinnen davon berichten, dass die Schmerzen seltener und weniger lähmend sind oder Patientinnen, die seit längerem nicht mehr arbeitsfähig waren, ihren Job wieder antreten können", freut sich Wardegger-Szivak.

Voraussetzung für die Behandlung ist eine umfassende gynäkologische Abklärung, die auch bei niedergelassenen Ärzten erfolgen kann. Eine Überweisung ist derzeit nicht notwendig. Termine können über die Ambulanz für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Ambulanz für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin der Klinik Donaustadt vereinbart werden. Ähnliche Angebote des Wiener Gesundheitsverbunds gibt es auch in der Klinik Favoriten und im AKH Wien.

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