Sensation in Bolivien

Neue Katzenart nach 100 Jahren entdeckt

In den Nebelwäldern der Anden haben Forscher eine völlig neue Wildkatzenart identifiziert – die erste seit über einem Jahrhundert.
Heute Life
27.09.2026, 15:15
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Der kleine Tilcayo ist ab sofort offiziell die 42. bekannte Katzenart der Welt.

Die Wildkatze mit dem wissenschaftlichen Namen Leopardus tilcayo lebt in den feuchten Bergwäldern der bolivianischen Yungas an der Ostseite der Anden – und wurde bisher fälschlich für eine bereits bekannte Tigerkatzenart gehalten.

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Dabei ist der Tilcayo kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze und trägt ein hellbraunes Fell mit dunklen, unregelmäßigen Rosetten sowie eine charakteristische dunkle Nase. Seinen Namen verdankt er den Bewohnern der Region, die diese Bezeichnung seit Generationen für die scheue Wildkatze verwenden.

Wie auf scinexx berichtet wird, haben Genomanalysen nun gezeigt, dass die Linie des Tilcayo seit rund 1,4 Millionen Jahren eigenständig ist.

Ein internationales Forschungsteam analysierte dafür die vollständigen Genome von 38 Tigerkatzen – acht davon aus historischen Museumsexemplaren.

Erste neue Katzenart seit über 100 Jahren

Die Forscher beschreiben Leopardus tilcayo als erste wissenschaftlich neu benannte lebende Katzenart seit mehr als einem Jahrhundert. Die letzte Neuentdeckung einer Katzenspezies liegt also weit über 100 Jahre zurück.

Doch damit nicht genug: In den peruanischen Yungas fanden die Wissenschaftler zusätzlich eine zuvor nicht sauber abgegrenzte Linie, die sie als neue Unterart namens Leopardus tigrinus antisuyo beschreiben.

Wichtig für den Artenschutz

Die taxonomische Neuordnung ist für den Artenschutz von großer Bedeutung. Kleine Bestände und regionale Risiken können leichter unterschätzt werden, wenn mehrere genetisch getrennte Arten als eine weit verbreitete Art behandelt werden.

Für den Tilcayo ist die Datenlage besonders dünn. Bisher gibt es nur wenige direkte Nachweise aus den bolivianischen Yungas und damit noch keine belastbare Schätzung zur Größe der Wildpopulation. Lebensraumverlust, Jagd sowie Krankheiten von Haustieren erzeugen zusätzlichen Druck auf die kleinen Wildkatzen.

red,27.09.2026, 15:15