Die Wissenschaft kennt nun eine neue Oktopus-Art - und sie ist besonders niedlich. In einer Tiefe von rund 1.773 Metern filmte ein Unterwasserroboter bei der Isla Darwin im Galapagos-Archipel einen winzigen blauen Kraken.
Das Tier ist nicht größer als ein Golfball und hat dicke Ärmchen mit jeweils rund 30 Saugnäpfen. Im Fachjournal "Zootaxa" wird die neue Spezies unter dem Namen Microeledone galapagensis beschrieben.
"Als er ankam, dachte ich: Oh, du meine Güte, er ist wunderschön", sagte Janet Voight, Oktopus-Expertin vom Field-Naturkundemuseum in Chicago, gegenüber dem Spiegel. Die Forscherin ist Hauptautorin der Studie.
Da das Team nur ein einziges Exemplar gefangen hatte, stand es vor einer besonderen Herausforderung. Normalerweise müsste das Tier aufgeschnitten werden, um innere Merkmale zu untersuchen.
Stattdessen fertigten die Wissenschafter Tausende hochauflösende Mikro-CT-Bilder an und erstellten ein präzises 3D-Modell. So wurden feinste Details der inneren Organe sichtbar, ohne dem Tier zu schaden.
Der Mini-Oktopus hat eine dunkle Unterseite, die eine wichtige Funktion erfüllt: Sie absorbiert Licht und verhindert, dass Raubtiere auf den Kraken aufmerksam werden, wenn er leuchtende Beute schnappt.
Die Entdeckung geht auf eine Tiefsee-Expedition aus dem Jahr 2015 zurück. Videoaufzeichnungen dokumentieren die Begeisterung der Forscher bei der ersten Sichtung: "Er ist winzig" und "Er ist blau", hielten sie fest.