Neue Vorwürfe gegen Prügel-Polizisten

Neben dem bereits öffentlich gewordenen Fall von mutmaßlicher Polizeigewalt meldeten sich nun weiterere Aktivisten. Sie erheben teils schwere Vorwürfe.

Am Freitag kam es während der Klima-Demo in Wien zu jener Amtshandlung, die seit Tagen heiß diskutiert wird. Auf einem Video ist zu sehen, wie ein Polizist mutmaßlich auf eine am Boden liegende Person einprügelt.

Auch wenn der Vorfall nun untersucht und wird und der betreffende Beamte vorübergehend in den Innendienst versetzt wurde, reißen die Diskussionen um den Einsatz nicht ab. Nun meldeten sich weitere Aktivisten, die schwere Vorwürfe gegen die Polizei erheben.

Ein 35-jähriger Mann etwa gibt im Gespräch mit der "APA" an, Teil einer Sitzblockade gewesen zu sein. Beim Wegtragen habe ihm der Polizist die Hand gebrochen.

Das Opfer erklärt, dass er gesehen hat, dass andere Umweltschützer "unsanft" von der Polizei weggetragen wurden. Also habe er sich aufrecht hingesetzt und die Arme um die Beine gelegt "damit ich halbwegs einfach wegzutragen bin", wird der Mann zitiert.

Der mittlerweile versetzte Polizist soll den Mann an den Armen gepackt, diese nach innen gebogen und extra nachgedrückt haben. Im Zuge dieses Griffs habe der Beamte dem Aktivisten die Hand gebrochen.

Die Polizei ist laut eigenen Angaben um Aufklärung bemüht

Der verletzte Oberösterreicher sei zum Sammelplatz gebracht worden, wo er von anderen Demonstranten versorgt wurde. Ein weiterer Beamter soll dem Mann gesagt haben, dass das Vorgehen seines Kollegen "überhaupt nicht in Ordnung" gewesen sei.

Die Diagnose der Fraktur der Hand sei erst am Sonntag in einem Krankenhaus erfolgt, weil der Mann nicht in Begleitung der Polizei ins Spital gebracht werden wollte. Nun überlegt der Mann rechtliche Schritte gegen den Beamten.

In einer Aussendung spricht die Organisation "Attac" von weiteren Opfern mutmaßlicher Polizeigewalt im Zuge der Klimademonstration in Wien. Einem Aktivisten sei eine Platzwunde am Kopf, anderen sollen mehrere Hämatome am ganzen Körper zugefügt worden sein.

Ein Mann, der einen Tritt ins Gesicht abbekommen haben soll, klagte am Montag laut "APA"-Angaben immer noch über Kieferschmerzen. Bisher hat noch niemand Anzeige erstattet. Das könnte laut der Aktivistin Sina Reisch im Gespräch mit der "APA" daran liegen, dass in der Vergangenheit dann oftmals der gegenteilige Effekt eingetreten sei und die Betroffenen angezeigt wurden. (mr)

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