Österreichs Eisenbahnregulierungsbehörde, die Schienen-Control, hat unlängst ihren aktuellen Jahresbericht für 2025 veröffentlicht. Nun wurde dieser von Mobilitätsminister Peter Hanke auch dem Nationalrat vorgelegt. Die wichtigsten Erkenntnisse:
Die Entwicklung im österreichischen Schienenpersonenverkehr fällt laut Jahresbericht der Schienen-Control insgesamt positiv aus. 2025 wurden 138,9 Millionen Personenzugkilometer erbracht – leicht mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Fahrgäste ging hingegen minimal um 0,3 Prozent auf 347,5 Millionen zurück. Besonders die ÖBB mussten dabei einen Rückgang von zwei Prozent hinnehmen. Private und regionale Bahnunternehmen konnten ihre Marktanteile dagegen weiter ausbauen und beförderten bereits knapp 16 Prozent aller Reisenden.
Für den leichten Rückgang der Fahrgastzahlen macht die Schienen-Control vor allem den Nahverkehr verantwortlich. Als Gründe nennt der Bericht die zweimonatige Sperre der Wiener S-Bahn-Stammstrecke im Sommer sowie die verstärkte Nutzung von Homeoffice. Im Fernverkehr entwickelte sich die Nachfrage hingegen positiv – hier stieg die Zahl der Fahrgäste um ein Prozent.
Die Pünktlichkeit im österreichischen Personenverkehr hat sich 2025 laut Schienen-Control verbessert. Im Schnitt kamen 94,1 Prozent der Züge pünktlich ans Ziel. Im Nahverkehr lag die Pünktlichkeitsquote bei 94,8 Prozent und damit deutlich über jener im Fernverkehr mit 81,4 Prozent. Die Westbahn schnitt im Fernverkehr mit 85,7 Prozent etwas besser ab.
Besonders anfällig für Verspätungen waren laut Bericht grenzüberschreitende Verbindungen aus Deutschland, Italien und Ungarn. Als häufigste Ursachen nennt die Schienen-Control Probleme der Bahnunternehmen selbst, etwa Fahrzeugdefekte (29 Prozent), sowie Störungen der Infrastruktur (24 Prozent). Im Fernverkehr gingen die meisten Verspätungen hingegen auf Beeinträchtigungen bei ausländischen Bahnunternehmen zurück (34 Prozent).
Ende 2025 waren in Österreich laut Schienen-Control 98 Eisenbahnunternehmen tätig – elf mehr als im Jahr davor. Der Großteil der neuen Anbieter war im Güterverkehr aktiv. Insgesamt waren 74 Unternehmen berechtigt, das ÖBB-Streckennetz zu nutzen. Davon gehörten vier zum ÖBB-Konzern, neun standen mehrheitlich unter Kontrolle ausländischer Bahnkonzerne, 13 waren in öffentlicher und 48 in privater Hand.
Im Fernverkehr blieb der Wettbewerb zwischen ÖBB, Westbahn und RegioJet intensiv. Vor allem über günstige Frühbucher-Tickets versuchten die Unternehmen, Fahrgäste anzulocken – laut Schienen-Control waren Rabatte von bis zu 70 Prozent gegenüber dem Standardtarif möglich. Gleichzeitig stiegen die Ticketpreise im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt weiter an, darunter auch jene für das Klimaticket.
Das österreichische Schienennetz ist 2025 laut Schienen-Control um 17 Kilometer auf insgesamt 5.638 Kilometer gewachsen. Ausschlaggebend dafür war vor allem die vollständige Inbetriebnahme der Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt. Das volle Potenzial der neuen Strecke für den Personenverkehr werde sich allerdings erst ab 2026 in den Fahrgastzahlen zeigen. Gleichzeitig wurde die Strecke zwischen Bruck an der Leitha und Petronell-Carnuntum stillgelegt.
Auch der Ausbau der Infrastruktur wurde vorangetrieben. So wurden weitere Strecken elektrifiziert, wodurch mittlerweile rund 76 Prozent des österreichischen Schienennetzes unter Fahrdraht stehen. Gleichzeitig nahm die Belastung durch Baustellen zu: 2025 gab es 126 mehrtägige Bauarbeiten mit erheblichen Kapazitätseinschränkungen – deutlich mehr als im Vorjahr. Zudem wurden zahlreiche Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut und neue Haltestellen eröffnet oder verlegt. Auch die elektrifizierte Verbindung zwischen Marchegg und der Slowakei ging vollständig in Betrieb.
Leicht rückläufig entwickelte sich hingegen die Zahl der genutzten Anschlussbahnen. Von 930 möglichen Gleisanschlüssen wurden nur noch 488 tatsächlich bedient – sechs weniger als im Jahr davor. Die Hälfte des gesamten Güterumschlags entfiel dabei auf lediglich 16 Unternehmen. Der Stadthafen Linz blieb mit 20 Anschlussbahnen der am stärksten vernetzte Bahnhof Österreichs.