Samsung verschärft die Sicherheitsmaßnahmen seiner Galaxy-Smartphones massiv. Mit One UI 9.0 führt der Hersteller eine neue Sperrbildschirm-Richtlinie ein, die Nutzer vor sogenannten Brute-Force-Angriffen schützen soll. Wer den PIN, das Muster oder das Passwort zu oft falsch eingibt, muss allerdings mit drastischen Folgen rechnen.
Die wichtigste Neuerung: Bei Geräten, die mit One UI 9.0 auf den Markt kommen, wird das Smartphone nach dem 13. falschen Entsperrversuch dauerhaft gesperrt. Um das Gerät danach wieder nutzen zu können, bleibt laut Samsung nur noch ein vollständiger Werksreset. Sämtliche Daten auf dem Smartphone gehen dabei verloren, sofern kein Backup vorhanden ist.
Schon davor müssen Nutzer immer längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Nach fünf falschen Eingaben ist das Gerät zunächst eine Minute gesperrt. Danach steigen die Sperrzeiten an.
Samsung begründet die Änderung mit einem besseren Schutz persönlicher Daten. Die strengeren Regeln sollen verhindern, dass Kriminelle Passwörter durch unzählige zufällige Eingaben erraten können.
Gleichzeitig weist der Hersteller darauf hin, dass Nutzer künftig besonders sorgfältig beim Eingeben ihres PINs oder Passworts sein sollten. Deshalb zeigt One UI 9.0 auch deutlicher an, wie viele Fehlversuche noch verbleiben. Zudem werden zwei unmittelbar hintereinander eingegebene idente falsche Passwörter nicht als zwei getrennte Fehlversuche gezählt.
Wer sein Galaxy-Smartphone hauptsächlich per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung entsperrt, ist von der Änderung ebenfalls betroffen. Samsung erinnert daran, dass Android aus Sicherheitsgründen spätestens alle 72 Stunden die Eingabe des hinterlegten PINs, Musters oder Passworts verlangt. Nutzer sollten Zugangsdaten deshalb unbedingt auswendig kennen.
Hat ein Nutzer seinen Sperrcode vollständig vergessen, kann Samsung nach eigenen Angaben weder den PIN noch das Passwort oder Muster auslesen oder wiederherstellen. In diesem Fall bleibt ebenfalls nur ein Werksreset.
Anschließend müssen sich Besitzer zusätzlich mit ihrem registrierten Samsung-Konto und Google-Konto anmelden, um den sogenannten Factory Reset Protection-Schutz aufzuheben. Samsung empfiehlt deshalb, regelmäßig Sicherungen anzulegen, etwa in der Cloud.
Die neue Sicherheitsrichtlinie gilt laut Samsung für Geräte, die mit One UI 9.0 ausgeliefert werden. Wer künftig seinen Sperrcode vergisst, sollte besser auf ein aktuelles Backup hoffen.