Neuer Impfstoff verspricht "100-prozentigen Schutz"

Aufnahme aus dem Labor des Biotech-Unternehmen Mabion in Polen, das den Novavax Impfstoff herstellt.
Aufnahme aus dem Labor des Biotech-Unternehmen Mabion in Polen, das den Novavax Impfstoff herstellt.Newspix / EXPA / picturedesk.com
Das Novavax-Vakzin befindet sich in den letzten Studienphasen vor einem Zulassungsantrag. Der Hersteller verspricht eine hohe Wirksamkeit.

Biotechnologie-Unternehmen Novavax werkelt gerade an einem eigenen Corona-Impfstoff. Am heutigen Samstag veröffentlichten die Entwickler Ergebnisse ihrer Phase-III-Studie in Großbritannien mit 15.000 Teilnehmern und einer Phase-IIb-Studie in Südafrika mit 2.665 gesunden Erwachsenen gegen den Corona-Wildtyp und die beiden vorherrschenden Mutationen B.1.351 und B.1.1.7.

Hohe Wirksamkeit

Demnach habe der eigene Impfstoffkandidaten mit dem etwas sperrigen Namen NVX-CoV2373 eine Wirksamkeit von 96,4 Prozent gegen leichte, mittelschwere und schwere Erkrankungen durch den ursprünglichen Sars-CoV-2-Stamm bekannt. Gegen die vorherrschende Briten-Mutante B.1.1.7 / 501Y.V1 wurde immerhin noch eine Wirksamkeit von 86,3 Prozent erreicht.

Novavax erwartet, dass die Daten dieser Phase-III-Studie als Grundlage für die Einreichung von Zulassungsanträgen bei verschiedenen Zulassungsbehörden weltweit dienen werden.

Südafrika-Mutante

In Südafrika, wo hauptsächlich B1.351-Escape-Varianten für das Infektionsgeschehen verantwortlich sind, lag die Wirksamkeit bei 55,4 Prozent unter den HIV-negativen Studienteilnehmern. Trotzdem habe der Impfstoff vor fatalen Verläufen geschützt.

"In beiden Studien zeigte NVX-CoV2373 einen 100-prozentigen Schutz vor schweren Erkrankungen, einschließlich aller Krankenhausaufenthalte und Todesfälle", so Novavax in einer Aussendung.

"Wir sind sehr ermutigt durch die Daten, die zeigen, dass NVX-CoV2373 nicht nur einen vollständigen Schutz gegen die schwersten Formen der Erkrankung bietet, sondern auch leichte und mittelschwere Erkrankungen in beiden Studien drastisch reduziert. Wichtig ist, dass beide Studien die Wirksamkeit gegen die varianten Stämme bestätigt haben", sagte Stanley C. Erck, Präsident und Chief Executive Officer von Novavax.

"Heute ist es ein Jahr her, dass die WHO die COVID-19-Pandemie offiziell ausgerufen hat, und mit diesen Daten in der Hand sind wir noch motivierter, unseren Impfstoff als potenzielle Waffe im Kampf gegen das durch COVID-19 verursachte Leiden voranzutreiben."

Sowohl in der britischen als auch in der südafrikanischen Studie hätten die Analysen gezeigt, dass der Impfstoff gut verträglich sei, mit einer niedrigen Rate an schweren, schwerwiegenden (SAEs) und medizinisch begleiteten unerwünschten Ereignissen am Tag 35, ausgeglichen zwischen Impfstoff- und Placebogruppe.

Das steckt in NVX-CoV2373 drin

NVX-CoV2373 ist laut Angaben des Unternehmens ein proteinbasierter Impfstoffkandidat, der aus der genetischen Sequenz des Coronavirus entwickelt wurde. Mit der Hilfe von rekombinanter Nanopartikeltechnologie wurde ein vom Coronavirus-Spike (S)-Protein abgeleitetes Antigen erzeugt. Das Vakzin ist mit der patentierten saponinbasierten Matrix-M(TM) von Novavax adjuvantiert, um die Immunantwort zu verstärken und hohe Mengen neutralisierender Antikörper zu stimulieren.

NVX-CoV2373 enthält gereinigtes Protein-Antigen und kann sich weder replizieren, noch kann es COVID-19 verursachen. In präklinischen Studien induzierte NVX-CoV2373 Antikörper, welche die Bindung des Spike-Proteins an zelluläre Rezeptoren blockieren und Schutz vor Infektion und Krankheit bieten.

Das Mittel wird bei 2 °- 8 °C gelagert und ist stabil, so dass die bestehenden Kanäle der Impfstofflieferkette für den Vertrieb genutzt werden können. Es ist in einer gebrauchsfertigen Flüssigformulierung in 10-Dosen-Fläschchen verpackt.

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