Die ÖBB haben das Nachtzug-Business in Europa vor dem Aussterben bewahrt und sind seit Langem der größte Player am Kontinent. Doch nach und nach drängen jetzt weitere Player auf den Markt – darunter völlig neue, private Anbieter mit außergewöhnlichen Geschäftsmethoden.
Ein spannender Nachtzugbetreiber ist die gemeinschaftlich organisierte Genossenschaft "European Sleeper". Ab 160 Euro können Privatpersonen und Organisationen sich am Unternehmen beteiligen. Durch diese Finanzierung sollen neue, internationale Nachtzugverbindungen an den Start gehen.
Knotenpunkt des aktuellen Streckennetzes ist Brüssel. Von dort aus gibt es bereits eine Verbindung über Amsterdam und Berlin nach Prag, ab September eine Weitere über Köln und Zürich nach Mailand. Vor wenigen Tagen, am 26. März, fand jetzt die Jungfernfahrt der neuesten Verbindung statt.
Von Berlin aus geht es ab sofort drei Mal pro Woche 16 Stunden lang über Brüssel nach Paris, ab 13. Juli mit zusätzlichem Halt in Hamburg. Kein Zufall, denn genau diese Strecke wurde bis Dezember von den ÖBB betrieben, musste aufgrund eingestellter Förderungen der französischen Staatsbahn aber im Dezember unerwartet eingestellt werden. Diese Lücke wurde jetzt gewissermaßen gefüllt.
Die Preise beginnen – je nach Buchungszeit und Nachfrage – bei 39,99 Euro für einen Sitzplatz, kurzfristig kann dieser Betrag aber auch schon auf 89,99 Euro steigen. Ein Bett im Classic-5er-Liegeabteil kostet zwischen 59,99 und 119,99 Euro, Reservierung und Bettwäsche inklusive. Für noch mehr Komfort gibt es 3er-Abteile ab 129,99 Euro.