Treibstoff-Krise verschärft

Diesel-Tanker am Weg nach Europa drehen plötzlich ab

Tanker mit 190 Millionen Litern Diesel für Europa ändern auf dem Atlantik ihren Kurs Richtung Asien. Die Preisschlacht auf hoher See hat begonnen.
Newsdesk Heute
01.04.2026, 15:01
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Auf dem Weg nach Europa haben mindestens vier Diesel-Tanker mit insgesamt 190 Millionen Liter Treibstoff (ca. 1,2 Millionen Barrel) plötzlich abgedreht. Statt Amsterdam oder andere europäische Häfen anzusteuern, nehmen die Schiffe nun Kurs Richtung Süden – und damit letztlich nach Asien.

Besonders auffällig war die Kursänderung der "Elka Delphi": Das Schiff hatte auf der Fahrt von New Orleans nach Amsterdam bereits den größten Teil der Strecke hinter sich, als es nordwestlich von Spanien scharf wendete. Über das automatische Schiffsidentifikationssystem AIS meldete der Tanker als neues Ziel den Hafen von Durban in Südafrika.

Wie n-tv.de unter Berufung auf Bloomberg berichtet, wurden die Diesel-Ladungen unterwegs schlicht weiterverkauft. Käufer in Asien haben den ursprünglichen Eigentümern offenbar so viel geboten, dass sich die Umleitung der Schiffe lohnt. Auch ein Flüssiggastanker aus den USA soll auf dem Atlantik umgelenkt worden sein.

Blockade der Straße von Hormus trifft Europa

Der Iran-Krieg hat den Dieselmarkt komplett durcheinandergewirbelt. Lieferungen aus den Golfstaaten sind durch die Blockade der Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen. Asiatische Raffinerien, die bisher Diesel nach Europa exportierten, fehlt das Rohöl vom Golf für die Produktion.

Dadurch müssen Länder wie Indien nun selbst dringend Diesel importieren, statt nach Europa zu liefern. Normalerweise rentiert sich das, doch die Lage ist völlig gekippt.

Der Preis für das Mitteldestillat Gasöl liegt an der Leitbörse in Singapur derzeit rund 230 Dollar pro Tonne höher als an der europäischen Terminbörse ICE – ein enormer Unterschied, für den sich auch extrem lange Transportwege lohnen.

Österreich bezieht etwa sieben Prozent seiner Ölimporte aus der Golfregion und ist daher ebenfalls von den Verwerfungen betroffen. Die Mineralölindustrie warnte bereits vor einer fragilen Versorgungslage.

Aktuelle Lieferengpässe gibt es zwar noch nicht, "aber die globale Versorgung ist aufgrund des Nahostkonflikts bereits deutlich aufwendiger geworden", sagte der Sprecher des Branchenverbands Fuels und Energie zu n-tv. Besonders beim Diesel werde das Angebot immer knapper.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 01.04.2026, 19:46, 01.04.2026, 15:01
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