Vorschriften missachtet

Neuer Nestlé-Skandal! Wasser wurde illegal desinfiziert

Nestlé steht einmal mehr in der Kritik. Wie französische Medien berichten, soll der Konzern Mineralwasser auf illegale Weise desinfiziert haben.

Newsdesk Heute
Neuer Nestlé-Skandal! Wasser wurde illegal desinfiziert
Der Nestlé-Konzern steht wegen illegalen Praktiken beim Mineralwasser erneut in der Kritik.
REUTERS

Französisches Mineralwasser war in den vergangenen nicht so "natürlich rein", wie es das Gesetz vorschreibt. In französischen Medien heißt es, der Nestlé-Konzern soll illegale Praktiken beim Quellwasser angewandt haben.

Nestlé gibt illegale Techniken zu

"Mindestens ein Drittel der Marken hat die Vorschriften missachtet", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Zeitung "Le Monde". Just am Vortag hatte Nestlé bekannt gegeben, diese Techniken benutzt, aber inzwischen eingestellt zu haben. Dazu zählten etwa die Desinfektion durch Aktivkohle oder UV-Strahlen. Diese Verfahren sind für Leitungswasser durchaus erlaubt, nicht aber für Quell- und Mineralwasser, das als natürlich reines Wasser erheblich teurer verkauft wird.

Regierung soll davon gewusst haben

"Das Ziel war immer, die Lebensmittelsicherheit zu garantieren", betonte Nestlé. Das Wasser der betroffenen Marken, zu denen Perrier und Vittel zählen, werde mittlerweile nicht mehr behandelt.

Die französische Regierung war nach Informationen von "Le Monde" spätestens seit 2021 darüber informiert. Eine Untersuchungskommission bestätigte 2022, dass die illegale Desinfektion von Quellwasser weit verbreitet sei. Der Bericht wurde allerdings nicht veröffentlicht. Im vergangenen Jahr änderte die französische Regierung diskret die Vorschriften und ermöglichte den Einsatz von Mikrofiltern.

Quellen mit Fäkalbakterien belastet

Im Hintergrund steht die Bedrohung der Quellen durch die vom Klimawandel beförderte Trockenheit, aber auch durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft. Nach dem Bericht von "Le Monde" waren mehrere Quellen zeitweise durch Fäkalbakterien belastet. US-Wissenschafter wiesen kürzlich Mikroplastik in Flaschenwasser nach und äußerten die Vermutung, dass dies auch von den Mikrofiltern stammen könne.

Nestlé erklärte, dass zwei Quellen in den Vogesen, deren Wasser unter der Marke Hépar vermarktet wurde, inzwischen nicht mehr genutzt würden. Einige Quellen in Südfrankreich würden nun unter der neuen Marke Maison Perrier als aromatisiertes Wasser angeboten. Für dieses Produkt verzichtet der Hersteller auf den Zusatz "Natürliches Mineralwasser", was eine Behandlung des Wassers ermöglicht.

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