"Ich spreche ein bisschen Deutsch", präsentierte sich der neue ÖFB-Star am Dienstag in Marbella beim ersten Medientermin für das Nationalteam locker, schwenkte aber dann doch wieder auf Englisch, wo sich der in England aufgewachsene Dortmund-Profi noch deutlich wohler fühlt.
Carney Chukwuemeka wurde wie Paul Wanner jüngst eingebürgert und von Teamchef Ralf Rangnick in den Lehrgang für die beiden Testhits in Wien gegen Ghana (27.3.) und Südkorea (31.3.) einberufen. Beide haben spannende Profile, können vor der WM zu offensiven Geheimwaffen avancieren.
Dass der 22-jährige Chukwuemeka bisher kaum Deutsch spricht, dürfte ihn nicht an der Integration in den Stammkader hindern. Der Offensivgeist grinste: "Oida, bist du deppert. Die Burschen haben mich großartig aufgenommen."
Der bei Chelsea und Aston Villa ausgebildete Edeltechniker erklärt: "Ich glaube, es war der richtige Schritt für mich. Ich hatte seit zwei Jahren Gespräche mit dem Trainer und es hat sich jetzt richtig gut angefühlt." Wo sich Chukwuemeka im Rangnick-Team selbst sieht? "So wie wir spielen, als einer der Drei hinter dem Stürmer oder im Zweiermittelfeld, das ist mir egal."
Seine Verbindung zu Österreich? "Ich habe Familie in Wien. Meine Mutter macht das beste Schnitzel und Kaiserschmarrn schmeckt mir auch."
Sportlich bringt der Mittelfeldspieler viel mit. Technik, Kreativität und Zug zum Tor – für Sportdirektor Peter Schöttel ist er "trickreich" und ein "cooler, freundlicher Typ". Teamchef Rangnick traut ihm eine wichtige Rolle für die kommenden Jahre zu.
Ein Detail macht aber auch stutzig: Bei Borussia Dortmund ist Chukwuemeka meist Ergänzungsspieler. In dieser Saison kam er auf 32 Einsätze, stand acht Mal in der Startelf – ein Spiel über die vollen 90 Minuten fehlt ihm noch. Damit setzt sich heuer ein erstaunlicher Trend fort: Obwohl Chukwuemeka auf der Insel schon mit 17 Jahren im Profifußball debütierte, spielte er bis heute in keinem einzigen Match durch.