Ralf Rangnick hat "Ja zu A" gesagt! Der Deutsche bleibt weiterhin österreichischer Fußball-Teamchef. Nur vier Tage vor dem WM-Auftakt gegen Jordanien (Mittwoch, 6 Uhr) machte Österreichs Fußballverband die Verlängerung mit dem Deutschen öffentlich. Rangnicks Vertrag wäre eigentlich nach der WM ausgelaufen, wurde nun bis zur EM 2028 verlängert – genauer gesagt bis Jahresende 2027. Sollte die EM-Qualifikation gelingen, gilt dieser dann bis zum Turnier.
Damit gehen wochen-, gar monatelange Verhandlungen zu Ende. Denn der heimische Verband bemühte sich bereits intensiv um eine Verlängerung vor der Abreise in die USA, wo Rot-Weiß-Rot seit gut einer Woche das WM-Quartier aufgeschlagen hat. Zuletzt funkte aber der AC Milan dazwischen. Die "Rossoneri" setzten nach dem Verpassen der Champions League die gesamte sportliche Führung inklusive Trainer Massimiliano Allegri vor die Tür, Klub-Besitzer Gerry Cardinale traf sich gemeinsam mit Berater Zlatan Ibrahimovic mit Rangnick. Dabei stellte der Deutsche klare Bedingungen: die volle Entscheidungskompetenz im sportlichen Bereich. Milan zögerte, der Deutsche wartete, bis Rangnicks Geduldsfaden gerissen war. Er gab Milan einen Korb, wie die "Gazzetta dello Sport" am Freitag erklärte. Einen Tag später ist die Tinte trocken.
Der neue Vertrag soll sich aber auch für den Deutschen auszahlen, wie bereits durchsickerte. Rangnicks Gehalt soll sich demnach rund verdoppeln. Künftig solle der Teamchef nämlich zwei Millionen Euro netto pro Jahr kassieren. Das wird nur möglich, weil beinahe die Hälfte des Rangnick-Salärs von vier ÖFB-Sponsoren finanziert werden soll: UNIQA, Raiffeisen, Sporteo und IMMOunited. "Ihre Unterstützung hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir den erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen können", erklärte auch der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll.
"Man hat gemerkt, dass in den letzten paar Tagen eine Unsicherheit da war – ob die nötig war oder nicht, das ist eine andere Geschichte. Von der mentalen Seite her: der Zeitpunkt ist perfekt, da kriegt die Mannschaft noch einen Push. Das schaut richtig gut aus für das erste Spiel", analysierte ORF-Experte Andreas Herzog die Verlängerung des Erfolgsteamchefs.
"Es ist ein wichtiges Signal für Geschlossenheit und gemeinsame sportliche Ziele. Die nun geschaffene Klarheit ist insbesondere für die Mannschaft von großer Bedeutung", erklärte Pröll.
Rangnick hat Österreichs Team in bisher 45 Länderspielen betreut, er kann auf 27 Siege, acht Remis und zehn Niederlagen zurückblicken.