Hobbygärtner müssen sich auf einen neuen Feind einstellen: Die Schilf-Glasflügelzikade, bisher vor allem ein Problem in der Landwirtschaft, steht kurz davor, auch private Gemüsebeete zu befallen.
Das Insekt selbst richtet dabei weniger Schaden an als die Krankheitserreger, die es überträgt. Betroffen sind vor allem Kartoffeln, Möhren, Rote Bete und Zwiebeln.
Wie 24garten.de unter Berufung auf Experten des Julius Kühn-Instituts berichtet, können die Symptome je nach Gemüseart unterschiedlich ausfallen: Bei Kartoffeln werden die Knollen weich und gummiartig, bei Möhren kommt es zu Blattverfärbungen und gehemmtem Wurzelwachstum. Rote Bete kann sogar komplett absterben.
"Aber das Insekt ist auf dem Sprung und dürfte bald in den Hobbygärten ankommen", warnt Dr. Elias Böckmann vom Julius Kühn-Institut. Der Name der Zikade täuscht: Sie ist längst nicht mehr nur in der Nähe von Schilf und Gewässern zu finden.
Als Schutzmaßnahme empfehlen die Experten Schutznetze, die von Mitte Mai bis August über die Pflanzen gespannt werden. Damit lassen sich die Zikaden von der Eiablage und der Übertragung von Krankheitserregern abhalten.
Neben Kartoffeln, Möhren und der Roten Bete können auch Mangold, Rhabarber, Zwiebeln, Paprika, Erdbeeren und Sellerie befallen werden. Tomaten gehören derzeit noch nicht zum Wirtspflanzenspektrum der Zikade.