Was für eine Wende für Alexandra Meissnitzer! Noch im Juni wurde die Salzburgerin nach kritischen Aussagen über die damalige FIS-Führung vom Kongress ausgeladen. Unter dem neuen Präsidenten Alexander Ospelt gehört sie nun selbst zum engsten strategischen Umfeld des Weltverbandes.
Die 53-Jährige arbeitet künftig als "Director of Strategy and Public Affairs" und hat eine Stabsstelle direkt beim neuen FIS-Boss. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Zusammenarbeit mit nationalen Verbänden, Repräsentation und Öffentlichkeitsarbeit.
"Wir müssen den Skisport neu denken", sagt Meissnitzer im Interview mit den "Salzburger Nachrichten". Große Herausforderungen sieht die Doppel-Weltmeisterin von 1999 beim Klimawandel und beim Nachwuchs. Gleichzeitig sollen auch kleinere Ski-Nationen und weniger prominente Disziplinen stärker eingebunden werden.
Ein besonderes Anliegen sind Meissnitzer die Athleten. Dabei gehe es nicht nur um höhere Preisgelder. Als Vorbild nennt sie Freestyle-Star Eileen Gu, die sich und ihre Geschichte besonders erfolgreich vermarkte. Events müssten besser inszeniert und die Sportler stärker zu globalen Stars aufgebaut werden.
Auch bei Marcel Hirscher vertritt Meissnitzer eine klare Position. Sollte der achtfache Gesamtweltcupsieger für sein Comeback eine Wildcard benötigen, würde sie ihm diese zugestehen. Lindsey Vonns Wildcard sei bereits "ein Segen für den Skisport" gewesen. Hirscher habe dem Sport so viel gegeben, "dass er jetzt das Privileg einer Wildcard haben soll".