Wien

Opfer? Brisante neue Vorwürfe gegen Teichtmeister

Paukenschlag in der Causa Florian Teichtmeister: Der Ex-Schauspieler wäre zwar wieder verhandlungsfähig, doch bis zum Prozess wird es dauern.

Heute Redaktion
Florian Teichtmeister sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert.
Florian Teichtmeister sieht sich mit neuen Vorwürfen konfrontiert.
iStock/Sabine Hertel/ ("Heute"-Montage)

Der ins Bodenlose gestürzte ehemalige Burgtheater-Schauspieler Florian Teichtmeister hat keine neue Krankschreibung beim Wiener Landesgericht vorgelegt. Das bedeutet, dass er prinzipiell verhandlungsfähig wäre und sein Prozess alsbald nachgeholt werden könnte. Wie "Heute" jedoch erfuhr, nimmt Richter Stefan Apostol vorerst aus nicht näher genannten Gründen von einer neuerlichen Anberaumung der Verhandlung im Großen Schwurgerichtssaal im Grauen Haus an der Zweierlinie Abstand. "Zum derzeitigen Zeitpunkt können keine weiteren Informationen dazu bekanntgegeben werden", sagte Gerichtssprecherin Christina Salzborn auf "Heute"-Anfrage.

Vermeintliches Opfer meldete sich

Ein möglicher Hintergrund könnte ein mysteriöser Antrag eines Mannes sein. Er wollte bei Gericht Einsicht in den Strafakt Teichtmeister erhalten. Grund: Er sei in einer unschönen Angelegenheit Opfer Teichtmeisters geworden. Das Gericht entsprach seinem Ansinnen nicht. Begründung: Er behaupte "ohne jegliches dahingehendes Substrat eine Opferstellung". Für Richter Apostol seien jedoch "keine wie immer gearteten Umstände ersichtlich, aufgrund welcher ihm im gegenständlichen Verfahren eine solche zukommen sollte". Der eine Seite lange Beschluss endet mit dem Satz: "Dem damit offenkundig unberechtigten Antrag auf Akteneinsicht ist daher nicht Folge zu geben."

Brisant: Dieser Beschluss sorgt für neue Aufregung in der Causa Teichtmeister.
Brisant: Dieser Beschluss sorgt für neue Aufregung in der Causa Teichtmeister.
"Heute"

Am 7.2. "akut erkrankt"

Wie berichtet, hätte sich Teichtmeister bereits Anfang Februar in Wien seinem Prozess stellen sollen. Einen Tag davor sagte er jedoch kurzfristig ab. "Aufgrund einer akuten Erkrankung", wie äußerst knapp mitgeteilt wurde. Ob nun die Ermittlungen neu aufgenommen oder weitere Schritte der Staatsanwältin gesetzt werden, bleibt abzuwarten. Dem früheren Schauspieler drohen wegen Besitzes zigtausender Kinderporno-Dateien bis zu sechs Monate Haft. Für Florian Teichtmeister gilt die Unschuldsvermutung.

Neuesten Informationen zufolge soll der ehemalige Burgschauspieler gesundheitlich wieder in der Lage sein, dem Prozess zu folgen.

"Ich habe die Kontrolle verloren" 

Der ehemalige Burgschauspier Florian Teichtmeister hätte sich ab 8. Februar vor dem Straflandesgericht in Wien wegen des Besitzes kinderpornografischer Inhalte verantworten müssen. Der Schauspieler legte im Vorfeld der geplatzten Verhandlung ein umfassendes Geständnis ab, "Heute" berichtete. "Mir hat diese Illegalität einen Kick gegeben, an meine Grenzen geführt. Leider habe ich die Kontrolle darüber verloren", soll der Angeklagte in den Ermittlungsakten zu Protokoll gegeben haben.

Florian Teichtmeister galt als einer der erfolgreichsten Schauspieler Österreichs. Ab 2005 war er Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt und wechselte mit der Saison 2019/20 ins Ensemble des Burgtheaters. 2013 gewann er den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie "NESTROY-ORF III-Publikumspreis".

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    Florian Teichtmeister spielte Kaiser Franz Joseph im Historiendrama "Corsage". Dieser Film wurde 2022 als österreichischer Kandidat für die Oscarverleihung 2023 ausgewählt.
    Florian Teichtmeister spielte Kaiser Franz Joseph im Historiendrama "Corsage". Dieser Film wurde 2022 als österreichischer Kandidat für die Oscarverleihung 2023 ausgewählt.
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