Wintersport

Neureuther: Welchen Fehler ÖSV mit Hirscher machte

Der ÖSV ist auf der Suche nach der Ski-Dominanz vergangener Tage. Ex-Rennfahrer Felix Neureuther kritisiert Versäumnisse des heimischen Verbands.

Sebastian Klein
Marcel Hirscher (l.) und Kumpel Felix Neureuther
Marcel Hirscher (l.) und Kumpel Felix Neureuther
GEPA

Auf den Pisten ritterte sich Felix Neureuther mit seinem Kumpel Marcel Hirscher bis vor drei Jahren im Weltcup um Slalom-Siege. Inzwischen sind beide in der Ski-Pension.

Der Deutsche raste mit seiner offenen, direkten Art und seinen lockeren Interviews auch in die Herzen vieler österreichischer Fans. Jetzt macht sich der 38-Jährige Sorgen um den heimischen Skiverband.

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    Marcel Hirscher ist der Gesamtweltcup-Rekordsieger. Acht Mal in Folge gewann der Annaberger die große Kristallkugel - öfter als jeder andere. Hier ein Streifzug durch die Karriere des Ski-Superstars.
    Marcel Hirscher ist der Gesamtweltcup-Rekordsieger. Acht Mal in Folge gewann der Annaberger die große Kristallkugel - öfter als jeder andere. Hier ein Streifzug durch die Karriere des Ski-Superstars.
    (Bild: GEPA-pictures.com)

    Der Rücktritt Hirschers hat im ÖSV eine riesige Lücke hinterlassen. Die Dominanz der letzten Jahrzehnte wird schmerzlich vermisst. Noch warten die Fans auf den ersten rot-weiß-roten Sieg der Saison. Der Rückstand auf die Schweiz beträgt im Nationencup schon jetzt 240 Punkte.

    Neureuther kritisiert in der "Süddeutschen Zeitung": "Man hätte in Österreich sicher die Gelegenheit gehabt, im Schatten von Hirscher und anderen an der Basis zu arbeiten." Warum? Der Druck für junge Athleten sei in dieser Zeit weggefallen. Jetzt wiegt das Erbe Hirschers nach seinen acht Gesamtweltcuptiteln umso mehr.

    Neureuther kritisiert, dass der ÖSV "nicht nur im Welt-, sondern auch im Europacup so breit aufgestellt war, dass sie alles in Grund und Boden gefahren sind". Davon sei jetzt nicht mehr viel zu merken. Das heimische Fördersystem habe sich sich zu sehr nach Erfolgen einzelner Athleten gerichtet.

    Das kann wohl so interpretiert werden, dass sich der ÖSV für Neureuther in der jüngeren Vergangenheit zu sehr auf Ausnahmeläufer wie Hirscher konzentriert hat, andere Talente so womöglich durch den Rost fallen. "Ich habe immer neidisch auf die Österreicher und die Schweizer geschaut", sagt Neureuther, spricht damit die finanziellen Mittel an.

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