Neuschnee-Menge bricht Rekorde – und es kommt noch mehr

Die massiven Schneemengen der vergangenen Tage haben einigen Schaden angerichtet, aber auch in Oberkärnten und Osttirol neue Rekorde aufgestellt.

In Oberkärnten und Osttirol fielen von Freitag bis Sonntag verbreitet zwischen 100 und 300 Millimeter Niederschlag, vereinzelt bis knapp 370 Millimeter, wie in Kornat im Lesachtal. "298 Millimeter in Lienz in Osttirol bedeuten einen neuen Rekord. Bisher war der höchste Wert hier 259 Millimeter im November 1966", erklärt ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik. Das ist der höchste Wert seit Messbeginn im Jahr 1880.

Jahrhundertereignis

So große Niederschlagsmengen sind nur rund alle 100 Jahre in dieser Region zu erwarten, schildern auch die Meteorologen der UBIMET. Ein Millimeter Niederschlagshöhe entspricht einem Liter pro Quadratmeter.

Neuen Rekorde gab es in Osttirol auch in Sillian mit 294 Millimetern (zuvor 225 mm, 2018) und St. Jakob in Defereggen mit 225 Millimeter (212 mm, 1966). In St. Jakob wurde bei der Wetterstation in 1.383 m zudem eine Allzeit-Neuschneehöhe von 142 Zentimetern gemessen. Der alte Höchstwert lag bei 113 Zentimetern vom Dezember 2008.

Ungewöhnlich viel Schnee fiel auch vom Pitztal bis zum Stubai- und Wipptal. Hier gab es oberhalb von 1.000 m auch knapp einen Meter Neuschnee.

In der Gegend herrscht bereits die allerhöchste Wetter- und Lawinenwarnstufe. Wie gefährlich die Situation ist, zeigte sich bereits am Sonntag: Im Gemeindegebiet von Hopfgarten im Defereggen in Osttirol sorgte eine Lawine für Verwüstung. Eine Nassschneelawine samt Schlamm ging in Richtung des bewohnten Gebietes nieder.

Noch mehr Schnee

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Montag sorgt am Dienstag ein weiteres Italientief wieder für ergiebigen Schneefall in Osttirol und Oberkärnten. Dabei kommen zu den bisher gefallenen Mengen nochmals 50 bis 100 cm Neuschnee bis Mittwoch hinzu. Die Prognose im Detail:

Am Dienstag setzt mit einem neuen Italientief namens Yvonne ab Mittag in Osttirol und Oberkärnten zunehmend kräftiger Schneefall ein, der vor allem über Nacht dann intensiv ausfällt. Dabei sind im Lesachtal und im Oberen Drautal weitere 70 bis 100 cm, im Hochpustertal, Mölltal und Oberen Drautal rund ein halber Meter Neuschnee zu erwarten.

Erwartete Neuschneesumme von Dienstag- bis Mittwochvormittag, 8. bis 9. Dezember
Erwartete Neuschneesumme von Dienstag- bis Mittwochvormittag, 8. bis 9. DezemberUBIMET

In tiefen Lagen unterhalb von rund 600 m geht der Schneefall zeitweise aber auch in Schneeregen und Regen über. In der Nacht auf Mittwoch breitet sich der Schneefall dann auch auf Westösterreich aus, so dass auch hier ein paar Zentimeter Neuschnee hinzukommen.

Schneewalze rollt weiter nach Nordosten

Am Mittwoch lässt der Starkschneefall im Südwesten rasch nach und der Schwerpunkt des Schneefalls verlagert sich von Westen und Südwesten mehr in die Steiermark und nach Oberösterreich. Dabei liegt die Schneefallgrenze meist zwischen tiefen Lagen und 600 m. Oberhalb von 600 m kommen verbreitet 5 bis 15 cm Neuschnee hinzu.

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