Lawine reißt Auto mit und dringt in drei Häuser ein

Die Rekordschneemengen machen die Lage in Österreich brandgefährlich. In Osttirol ging eine riesige Lawine ab und riss sogar ein Auto mit sich.

Schnee, Regen und kein Ende in Sicht. Während die Wetterexperten weiter heftige Schneefälle in österreich vorhersagen, herrscht im Süden das Landes bereits die allerhöchste Wetter- und Lawinenwarnstufe. Wie gefährlich die Situation ist, zeigte sich bereits am Sonntag: Im Gemeindegebiet von Hopfgarten im Defereggen in Osttirol sorgte eine Lawine für Verwüstung. Im Bereich des so genannten Staudenbaches ging eine Nassschneelawine samt Schlamm in Richtung des bewohnten Gebietes nieder.

Zu gefährlich für Schulweg

Die Lawine beschädigte in Folge drei Häuser, indem das Schnee- und Schlammmaterial in die Keller und Erdgeschoße eindrang, schwer. Ein Fahrzeug wurde ebenfalls mitgerissen und beschädigt. Personen wurden keine verletzt, das Schadensausmaß steht derzeit noch nicht fest. Die Bewohner konnten in ihren Häusern in den oberen Stockwerken bleiben, Evakuierungsmaßnahmen waren keine notwendig. Da der Schulweg aufgrund der Lawinensituation zu gefährlich ist, bleiben in Osttirol die Schulen am Montag geschlossen.

Weiter Schneefall angekündigt

Und es bleibt gefährlich: Der Montag beginnt verbreitet trüb und vereinzelt leicht unbeständig, Schnee fällt oberhalb von 1000 bis 1200 m. Tagsüber klingt der Regen im Osten ab, von der Brennerregion bis nach Kärnten setzt hingegen in der zweiten Tageshälfte neuerlich Schneefall ein. Meist fällt dabei Schnee bis in tiefe Lagen, die Intensität ist aber deutlich geringer als an den Vortagen. Die Sonne zeigt sich vor allem in Oberösterreich und in der Steiermark zeitweise. Von Südwest nach Nordost -1 bis +10 Grad.

Seit Sonntagfrüh ist es zu mehr als 300 Feuerwehreinsätzen in ganz Kärnten geführt. Wie die Landesalarm- und Warnzentrale am Montag laut APA mitteilte, standen mehr als 2.000 Feuerwehrleute im Einsatz. Montagfrüh waren noch zahlreiche Straßen gesperrt, 3.000 Haushalte waren ohne Strom.

Laut Informationen von Josef Stocker, Sprecher des Landesenergieversorgers Kelag, waren besonders im Oberen Mölltal und im Lesachtal Störungen aufgetreten: "In der Nacht sind einige neue Fälle dazugekommen." Das Problem sei, dass man zu einigen betroffenen Stellen gar nicht hinkomme, weil die Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt sind. Für Montag waren vorerst keine Niederschläge vorhergesagt, weshalb Stocker damit rechnet, dass man die meisten Probleme in den Griff bekommen wird.

Acht Häuser evakuiert

War es im Westen Kärntens Schneefall, so hielt in Unterkärnten Regen die Einsatzkräfte auf Trab. Im Gemeindegebiet von Flattach (Bezirk Spittal an der Drau) gingen mehrere Nassschneelawinen und Muren ab, acht Häuser mussten evakuiert werden. Eine Lawine ging auch in Heiligenblut ab, sie beschädigte ein unbewohntes Ferienhaus.

Auf der Ossiacher Tauern Landesstraße (Bezirk Feldkirchen) kam es zu einem Murenabgang, bei dem die gesamte Straße verlegt wurde. In den Gemeinden Lendorf, Lurnfeld und Sachsenburg (Bezirk Spittal an der Drau) wurden Straßen überflutet, in Sachsenburg war auch ein Wohnhaus betroffen.

Plöckenpass nach Italien gesperrt

Gesperrt waren Montagfrüh neben Bergstraßen auch einige Hauptverkehrsverbindungen. So waren die Großglockner Straße (B107) und die Mölltal Straße (B106) an mehreren Stellen wegen Lawinengefahr und Schneebruchs nicht befahrbar. Von der Außenwelt abgeschnitten, war weiterhin das Lesachtal, die Straße ab Kötschach-Mauthen war ausschließlich für Einsatzfahrzeuge befahrbar. Kein Durchkommen gab es auch am Iselsberg zwischen Kärnten und Osttirol und am Plöckenpass in Richtung Italien, auf zahlreichen weiteren höhergelegenen Straßen galt Kettenpflicht.

In den stark vom Schneefall betroffenen Regionen - also dem Möll- und Lesachtal - blieben am Montag die Schulen geschlossen.

Fotos vom Schnee-Chaos in Österreich:

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account rfi Time| Akt:
SchneeLawineUnwetter

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen