In Neunkirchen dürfen am Sonntag fast 9.700 Menschen ihre Stimme abgeben. Bei der letzten Gemeinderatswahl 2025 holte die ÖVP mit 35 Prozent den ersten Platz und sicherte sich 13 Mandate. Dahinter lag die SPÖ mit 32 Prozent und 12 Mandaten. Auf Platz drei landete die FPÖ mit 23 Prozent (9 Mandate), gefolgt von den Grünen, die mit neun Prozent drei Mandate erreichten.
Wie orf.at berichtet, war die Zeit vor der Neuwahl alles andere als ruhig. Im Oktober wurden sieben FPÖ-Mandatare aus ihrer Partei ausgeschlossen, weil sie als Koalitionspartner der ÖVP für ein Sparpaket gestimmt hatten. Im November zog plötzlich die ÖVP-Bürgermeisterin die Reißleine und trat zurück – aus gesundheitlichen Gründen. Im Dezember gaben dann auch SPÖ und Grüne ihre Mandate zurück – das führte schließlich zur Neuwahl am 31. Mai.
Heuer gibt es eine neue Partei: Die Bürgerliste "Wir für Neunkirchen" tritt erstmals an. Sie wurde von den ausgeschlossenen FPÖ-Gemeinderäten gegründet und stellt derzeit den Vizebürgermeister. Die Stimmabgabe ist bis 15 Uhr möglich. Ein vorläufiges Endergebnis wird gegen 18 Uhr erwartet.
Im Wahlkampf drehte sich vieles um den Verkehr, die Belebung der Innenstadt und die angespannte Lage beim Budget. Die Grünen fordern eine bessere Verbindung der Innenstadt zum nahen Einkaufszentrum. Die SPÖ will vor allem den Verkehr verbessern und Lösungen für die staugeplagten Bewohner finden. Gleichzeitig hofft sie, wieder das Bürgermeisteramt zu bekommen.
Auch die FPÖ sitzt derzeit in der Opposition, obwohl sie im Vorjahr noch Teil der Stadtregierung war. Nach dem Rauswurf von sieben Gemeinderäten schickt die Partei nun Landesgeschäftsführer Helmut Fiedler ins Rennen, der einen "Systemwechsel" fordert. Sein Vorgänger, Vizebürgermeister Marcus Berlosnig, verteidigt hingegen die bisherigen Entscheidungen der Stadtregierung. Die ÖVP möchte das Bürgermeisteramt behalten und setzt auf Zusammenarbeit.
Alle Parteien sehen die angespannte Finanzlage der Stadt als dringendstes Problem. Die Grünen fordern deshalb mehr Unterstützung von Bund und Land. Die SPÖ will durch neue Betriebsansiedlungen für mehr Einnahmen sorgen. Die FPÖ verlangt Einsparungen, etwa bei den Politikergehältern. Bürgerliste und ÖVP wollen am bisherigen Sparkurs festhalten. Am Sonntag entscheidet die Bevölkerung, welchen Weg Neunkirchen künftig einschlägt.