Seit 25 Jahren im Hospizdienst

"Nicht allein sterben": Annemarie hilft bei der Caritas

Ein Erlebnis im Spital veränderte Annemaries Leben: Seit 25 Jahren lässt die 73-Jährige schwer kranke Menschen nicht allein.
Oberösterreich Heute
30.07.2026, 05:00
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Drei schwere Schädeloperationen veränderten das Leben von Annemarie Neudorfer für immer. Seit mittlerweile 25 Jahren schenkt die 73-Jährige aus Steyr schwer kranken und einsamen Menschen ihre Zeit – und bekommt dabei selbst unglaublich viel zurück.

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"Kann doch nicht sein"

Alles begann 1999 in einem Krankenhauszimmer: Neudorfer konnte sich nach ihren Eingriffen nicht im Bett bewegen, als sie bemerkte, dass ihre Zimmernachbarin im Sterben lag. Sie rief das Personal, doch statt der sterbenden Frau wurde Neudorfer samt Bett aus dem Raum geschoben. "Da dachte ich mir: Das kann doch nicht sein, dass jemand alleine sterben muss."

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Damals fasste sie einen Entschluss: "Wenn ich wieder gesund werde, dann werde ich mich hier engagieren." Nur ein Jahr später absolvierte die radiologische Assistentin neben ihrem Beruf den Grundkurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung der Caritas. Seither ist sie ehrenamtlich im Mobilen Hospizteam in Steyr und Steyr-Land tätig.

Jeden Montag besucht Neudorfer die 87-jährige Ottilie Steiner in Steyr-Gleink. Rund zwei Stunden lang wird spaziert, Kaffee getrunken, Karten gespielt und viel geredet: "An einem Montag geht es mir immer gut, weil ich immer diesen fixen Besuch habe", erzählt Steiner.

Humor kommt nicht zu kurz

Auch der Schmäh kommt nicht zu kurz: Bei der großen Hitze seien sie lieber daheim geblieben. "Da wären wir gestorben", scherzt Neudorfer. Steiner kontert lachend: "Da würden wir heute nicht mehr hier sitzen." Hinter den fröhlichen Treffen steckt eine bewegende Geschichte. Nach einer Krebsdiagnose musste Steiner vier Chemotherapiezyklen überstehen. Besonders die letzten beiden setzten ihr schwer zu.

Nach der Chemotherapie stabilisierten sich Steiners Werte, dann warf sie ein schwerer Sturz erneut zurück. Mit eisernem Willen trainierte sie sich vom Rollator Schritt für Schritt zurück in den Alltag. Kraft geben ihr ihre drei Kinder, Enkel und Urenkel. Seit dem Tod ihres Mannes vor fünf Jahren begleitet sie aber auch die Einsamkeit. "Nun ist er mein Schutzengerl. Das gibt mir Zuversicht."

"Eine echte Bereicherung"

Aus den regelmäßigen Besuchen ist längst eine Freundschaft geworden: "Wenn man Menschen liebt, ihnen offen begegnet, dann ist diese Aufgabe eine echte Bereicherung", sagt Neudorfer. Aufhören kommt für sie deshalb nicht infrage: "Die Freude kehrt dabei ins eigene Herz zurück."

Wer Unterstützung benötigt oder selbst im Hospizteam mithelfen möchte, kann sich unter 0676 87 76 24 88 melden. Der nächste Grundkurs startet im Oktober, Anmeldeschluss ist der 17. September. Alle Infos gibt es hier.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.07.2026, 05:00
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