Nicht ansprechbar – Frau mit seltenem Virus infiziert

Die Frau (58) werde aktuell in einem Pflegeheim betreut und sei nicht ansprechbar. (Symbolbild)
Die Frau (58) werde aktuell in einem Pflegeheim betreut und sei nicht ansprechbar. (Symbolbild)Anton Semyonov / Tass / picturedesk.com
Eine Frau in Deutschland hat sich mit dem Borna-Virus infiziert. Das Virus befällt sonst Tiere, beim Menschen verläuft die Krankheit oft tödlich

Laut Angaben der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ist die Bornasche Krankheit – auch ansteckende Gehirn- und Rückenmarksentzündung der Einhufer genannt – eine Viruserkrankung, die vor allem Pferde und Schafe betrifft. Als Überträger gilt die Feldspitzmaus. 

 Menschen sind hiervon eigentlich nicht betroffen.

Nun hat es aber eine Frau aus dem deutschen Sachsen-Anhalt erwischt – dabei handelt es sich allerdings nicht um den ersten Fall beim Menschen. Infiziert hat sich eine 58-Jährige. Sie leidet bereits seit Ende des vergangenen Jahres unter Symptomen, wie unter anderem der MDR berichtet. Dabei handelt es sich um den ersten und bisher einzigen bekannten Fall in Sachsen-Anhalt, heißt es Medienberichten zufolge. Deutschlandweit war es aber schon zuvor zu Infektionen beim Menschen gekommen.

Heftige Symptome

Wie weiter berichtet wird, leide die Frau unter Kopfschmerzen, Hautblutungen, einem septischen Krankheitsbild und veränderter Bewusstseinslage. Sie werde aktuell in einem Pflegeheim betreut und sei nicht ansprechbar.

Das Borna Virus führt bei Menschen unter anderem zu schweren Gehirnentzündungen. Die Betroffenen leiden anfangs zumeist an Kopfschmerzen, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Mit der Zeit kommen neurologische Symptome, wie Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Gangstörungen hinzu. Innerhalb von Tagen bzw. wenigen Wochen führt die Infektion dann zum Koma

 Eine spezielle Therapie gegen Borna-Virus-Infektionen gibt es bisher nicht.

Endemiegebiete liegen vor allem in der östlichen Hälfte Deutschlands. Erkrankungen beim Menschen treten zwar selten auf, enden jedoch überwiegend tödlich.

Keine Mensch-zu-Mensch-Übertragung

Der Mensch kann sich wahrscheinlich sowohl über den direkten Kontakt mit der Spitzmaus oder ihren Ausscheidungen als auch über verunreinigte Lebensmittel, Wasser oder das Einatmen von kontaminiertem Staub infizieren. 

 Wie der "Spiegel" schreibt, kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass Hauskatzen eine Rolle bei der Übertragung auf den Menschen spielen.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist unwahrscheinlich.Ebenso unwahrscheinlich ist die Übertragung durch infizierte Pferde, Schafe und andere Haus- und Heimtiere auf den Menschen.

Situation in Österreich

In Österreich wurde das Virus bei Tieren bis dato nur vereinzelt nachgewiesen. In den vergangenen vier Jahren wurden laut Angaben der AGES 4 Fälle von Bornascher Krankheit detektiert – und zwar beim Pferd.

Bei Menschen ist in Österreich noch kein Fall einer durch Borna-Viren verursachten Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) aufgetreten. 

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