27 Spieler berief Nagelsmann in sein Aufgebot für die Heim-Europameisterschaft, setzte mit Manuel Neuer, Toni Kroos und Thomas Müller auf drei Weltmeister des Jahres 2014. Auf zwei Deutschland-Stars verzichtete Nagelsmann jedoch: Dortmund-Abwehrchef Mats Hummels und Bayern-Mittelfeldspieler Leon Goretzka.
"Natürlich sind die beiden Spieler extrem enttäuscht. Das ist normal und verständlich. Das sind keine schönen Gespräche, am liebsten würde man alle mitnehmen", erklärte der 36-Jährige, meinte weiter: "Die beste Mannschaft existiert nicht aus 22 Mal dem besten Spieler. Es geht um Wesens- und Charakterzüge. Damit meine ich nicht, dass der eine ein böser Mensch ist und der andere ein guter Mensch. Man muss einfach versuchen, 26 zu finden, die ideal zusammenpassen, die ihre Rolle verstehen", versuchte Nagelsmann seine Entscheidung zu erläutern.
Mit Jonathan Tah und Antonio Rüdiger dürfte die deutsche Innenverteidiger-Stammformation ohnehin bereits gefunden sein. Die Hummels-Nichtnominierung kommt aber auch deshalb überraschend, weil der 35-Jährige zuletzt in herausragender Form agierte, mit starken Leistungen seinen Klub Dortmund ins Champions-League-Finale gegen Real Madrid führte.
Hummels meldete sich am Freitagabend erstmals nach der Nichtnominierung zu Wort. Und zwar mit einem Instagram-Posting. In fünf kurzen Videos ist der 35-Jährige im BVB-Training zu sehen. Und das nicht nur in seiner angestammten Verteidiger-Rolle, sondern auch als Vorlagengeber mit Außenrist-Pässen und Chip-Bällen, sowie als eiskalter Torjäger.
Der kurze Hummels-Kommentar dazu: "Trainingseuropameister". Eine Spitze in Richtung Bundestrainer Nagelsmann.