Tschetschenen gegen Syrer

"Nicht raus ohne Messer": Banden-Teenies bewaffnen sich

Nachdem es am Wochenende zu blutigen Eskalationen in Wien gekommen ist, werden die Jugendlichen nun aufgefordert, sich zu bewaffnen.

Maxim Zdziarski
"Nicht raus ohne Messer": Banden-Teenies bewaffnen sich
Diese Waffe stellte die Polizei bei einem Verdächtigen (29) sicher.
Picturedesk / LPD Wien / Heute-Montage

Seit einigen Tagen liegen die Nerven in der Migrantencommunity blank. Nachdem es am Wochenende zu mehrere Gewalttaten in der Brigittenau, Leopoldstadt und in Meidling gekommen war, sind die beiden rivalisierenden Jugendbanden nun weiter auf Konfrontationskurs. Es handelt sich dabei um Tschetschenen und Türken, die offensichtlich Probleme mit Syrern und Afghanen haben.

Die Vorgeschichte reicht bis in den Jänner zurück, als ein Tschetschene (20) einen Syrer geschlagen haben soll. Nach der Gerichtsverhandlung wurde ein damals anwesender Tschetschene (30) in Wien-Favoriten lebensbedrohlich mit einem Messer verletzt. Seitdem dreht sich die Gewaltspirale weiter und die Racheaktionen erreichten am vergangenen Wochenende ihren traurigen Höhepunkt.

"Wir werden diese Hunde beseitigen, keine Sorge"

Auf einem Telegram-Kanal mit rund 3.800 Followern rufen die Admins nun ihre tschetschenische Community auf, sich ernsthaft zu bewaffnen. "Wir Admins bitten euch um ein Gefallen, geht nicht raus ohne Messer oder Waffe habt mit euch, immer irgendwas dabei diese Syrer werden euch angreifen, wenn die wissen ihr seit (sic!) Tschetschene oder Türke", heißt es in dem Chat. Daraufhin folgt eine Kampfansage: "Wir werden diese Hunde beseitigen, keine Sorge."

Unter den zahlreichen Postings kommentieren zum Teil hunderte andere User – oftmals sind es Beleidigungen und Provokationen gegenüber den Arabern. Die Stimmung ist also nach wie vor sehr angeheizt.

Kripo ermittelt auf Hochtouren

Ob es zu weiteren Ausschreitungen kommen wird, kann aus jetziger Sicht nicht beurteilt werden. Fix ist jedoch, dass die Kriminalpolizei alle weiteren Ermittlungen aufgenommen hat. Einen Erfolg haben die Beamten bereits zu verbuchen: Sie konnten einen 29-jährigen Tschetschenen ausfindig machen, der bei der Massenschlägerei am Freitag in der Brigittenau dabei gewesen sein soll. Der Mann wurde festgenommen und sein Auto beschlagnahmt. In der Wohnung stellten die Polizisten auch noch eine Schreckschusspistole sicher.

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    • In Wien eskaliert die Gewalt zwischen rivalisierenden Jugendbanden, insbesondere zwischen Tschetschenen und Türken gegen Syrer und Afghanen
    • Nach blutigen Auseinandersetzungen werden die Jugendlichen aufgefordert, sich zu bewaffnen, und die Kriminalpolizei ermittelt intensiv
    • Die Spannungen in der Migrantencommunity sind hoch, und die Behörden befürchten weitere Ausschreitungen
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