Der Juni 2026 fiel in Österreich nach Angaben der Experten des Wetterdiensts UBIMET um mehr als 2,5 Grad wärmer aus als im langjährigen Mittel von 1991 bis 2020. In erster Linie war hierfür eine nie dagewesene Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte, eine Vielzahl an Rekorden wurden regelrecht pulverisiert. Typisch für einen Sommermonat zeigten sich beim Niederschlag große regionale Unterschiede, landesweit kommt der Juni aber ziemlich genau auf das langjährige Mittel. Häufiger Hochdruckeinfluss hievte auch die Sonnenscheindauer über das Soll, rund 15% häufiger als üblich schien die Sonne.
Die erste Monatshälfte gestaltete sich in Österreich überwiegend unspektakulär, es schien, als würde der Juni bloß Anlauf nehmen zu einer nie dagewesenen zweiten Monatshälfte.
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Ab dem 17.06. wurden in Österreich bis zum heutigen Monatsende jeden Tag 30 Grad und mehr gemessen, die längste Juni-Hitzewelle der Messgeschichte sicherte sich ihren Platz in den meteorologischen Geschichtsbüchern. Bei der Vielzahl an Rekorden konnten selbst gestandene Meteorologen zwischenzeitlich den Überblick verlieren, hier die wichtigsten Fakten:
Am 29.06. wurde mit 40,1 Grad in Bad Deutsch-Altenburg ein neuer österreichweiter Junirekord aufgestellt. Dieser Wert muss aber noch die Qualitätsprüfung überstehen. Ein Tag zuvor gab es unzweifelhafte 40,0 Grad in der Wiener Innenstadt. Zum ersten Mal überhaupt gab es damit 40 Grad in Österreich in einem Juni, der bisherige Rekord von 38,6 Grad in Waidhofen/Ybbs aus dem Jahre 2013 ist Geschichte. Unfassbare 41-mal wurde dieser Wert übrigens in den vergangenen Tagen übertroffen.
Zahlreiche Bundesländer stellten einen neuen Junirekord auf: Wien (40,0 Grad in der Innenstadt, 28.06.), Tirol (38,7 Grad in Innsbruck, 27.06.), Burgenland (38,7 Grad in Mattersburg, 29.06.), Oberösterreich (38,2 Grad in Bad Goisern, Enns, Linz, Wels, 27.+28.06.), Steiermark (37,4 Grad in Mooslandl, 28.06.), Salzburg (37,4 Grad in Salzburg, 28.06.) und Vorarlberg (37,3 Grad in Bludenz, 27.06.). Nur in Kärnten gab es keinen neuen Bundeslandrekord.
Auch die Nächte verliefen extrem warm, in Summe gab es 14 Tropennächte im Land am Stück. In der Nacht von 28. auf 29.06. sank die Temperatur auf der Jubiläumswarte in Wien nicht unter 27,3 Grad. Dies war die höchste Tiefsttemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (alle Monate). Hier wurde der alte Rekord aus der Wiener Innenstadt deutlich übertroffen (26,9 Grad aus den Jahren 2015 & 2017).
Auch auf lokaler Ebene gab es Rekorde am laufenden Band: von den 251 Wetterstationen im Land, die seit mindestens 15 Jahren messen, haben 60 einen neuen Allzeitrekord aufgestellt. Bei weiteren 88 Wetterstationen gab es einen neuen Junirekord.
Bei der absoluten Zahl der Hitzetage verzeichnen Salzburg, Wien-Döbling, Linz, Eisenstadt und Bregenz neue Rekorde der Landeshauptstädte. Besonders beachtlich Bregenz: Statt der üblichen zwei Hitzetage (im Klimamittel) schaffte der heurige Juni ganze 12. Der alte Rekord am Ufer des Bodensees lag bei 10 Hitzetage im Juni 2019.
Auch die Zahl der Hitzetage am Stück war auf Rekordniveau: Alle 9 Landeshauptstädte schaffen die längste Juni-Hitzewelle ihrer Geschichte mit bis zu 13 Tagen in Serie (Eisenstadt, Klagenfurt, Linz, Wien). In Bregenz und Salzburg handelt es sich sogar um die längste Hitzewelle überhaupt. Selbst in den beiden eigentlichen Hochsommermonaten Juli und August gab es hier eine längere Serie an 30 Grad.
Vielerorts wurden enorm viele Hitzetage registriert.
UBIMET
Niederschlag und Sonnenschein
In Summe liegt ein außergewöhnlicher Juni hinter uns, der sich mit einer Abweichung von mehr als +2,5 Grad zum langjährigen Mittel wohl rund um den fünften Platz seit Messbeginn einreihen wird. Lokal landet der Juni aber sogar auf dem 2. Stockerlplatz, wie z.B. in Bregenz, Eisenstadt, Kitzbühel und St. Pölten.
Letztere war deutlich überdurchschnittlich, +15% beträgt die Abweichung am Monatsende über das ganze Land gemittelt. Sonnigste Region des Landes mit mehr als 300 Sonnenstunden war einmal mehr das Nordburgenland.
Regen fiel in erster Linie in Form von Schauern und Gewittern, dementsprechend gab es große regionale Unterschiede. Während Irdning im Ennstal auf 228 l/m² kommt und zugleich den nassesten Juni der dortigen Messgeschichte erlebte, waren es in Retz gerade einmal 20 l/m² und der zweittrockenste seit dem Messbeginn dort.
Österreichweit zeigt sich die Bilanz ausgeglichen, deutlich zu trocken war es aber in weiten Teilen Nieder- und Oberösterreichs, in Wien sowie im Burgenland mit Anomalien von oft -30 bis -50 Prozent. Dagegen war der Juni im Bergland und im Süden sowie im Mühlviertel überdurchschnittlich nass, in Klagenfurt fiel um 50% mehr Regen als üblich, in Villach sogar fast doppelt so viel.