Den 28. Juni 2026 werden die Österreicher – vor allem jene im Osten des Landes – nicht so schnell vergessen. Noch nie in der Messgeschichte der GeoSphere Austria (GSA) wurden in einem Juni-Monat derart hohe Temperaturen registriert. In der Bundeshauptstadt wird seit 1775 gemessen.
Selbst Allzeit-Rekorde wurden reihenweise gebrochen. Spitzenreiter an diesem Sonntag war die Wiener City mit exakt 40,0 Grad, dem höchsten je gemessenen Wert im Stadtgebiet.
Auf Platz 2 landeten Langenlebarn im Tullnerfeld (NÖ) und Wien-Stammersdorf mit je 39,9 Grad. Dahinter Wien-Hohe Warte mit 39,7 Grad – an dieser Messstelle wurde der bisherige Rekord gleich um 1,2 Grad übertroffen.
Platz fünf: Krems mit 39,4 Grad; Rang sechs belegte die Messstelle Bad Deutsch-Altenburg mit 39,3 Grad, vor Mistelbach und Wieselburg (beide NÖ) mit 39,2 Grad.
Auf Platz neun: Retz (NÖ) mit 39,1 Grad, dahinter Schöngrabern, Laa an der Thaya, Bad Vöslau und St. Pölten (alle NÖ) sowie Wien-Donaufeld mit jeweils 39,0 Grad.
Lediglich in Bad Deutsch-Altenburg, in Laa an der Thaya und in Wien-Donaufeld gab es keine neuen Allzeit-Rekorde. An insgesamt vierzehn Messstationen der GeoSphere Austria kraxelten am Sonntag die Temperaturen auf mindestens 39 Grad.
"Der heutige Hitzerekord in Wien mit 40,0 Grad markiert auch den Höhepunkt dieser außergewöhnlichen Juni-Hitzewelle. Solche Hitzewellen werden zukünftig heißer, häufiger, dauern länger und treten deutlich früher im Jahr auf", betont Andreas Schaffhauser, wissenschaftlicher GSA-Generaldirektor.
Schafften es am Samstag noch einige Messpunkte in Westösterreich in die Top-Ränge, so waren es am Sonntag ausschließlich Stationen im Osten des Landes. Erst auf Platz 32 rangierte mit Wels/Schleißheim (OÖ, 38,2 Grad) die erste GSA-Messstation, die nicht in Wien oder Niederösterreich lag. 40 Messstationen registrierten an diesem Sonntag mindestens 38,0 Grad.
Auch die Meteorologen der UBIMET und UWZ sprechen von einem historischen Tag: "Von 251 Wetterstationen mit Messungen von 15 Jahren oder mehr waren dies unglaubliche 102 bzw. 40 Stück."
In einer "denkwürdigen Grafik" haben sie die Rekorde im Land visualisiert: Sie zeigt alle Stationen, die am heutigen Sonntag einen neuen Juni-Rekord (orange) oder gar einen Allzeit-Rekord (Stern) aufgestellt haben.
"Diese Kombination aus Intensität, Dauer und Häufigkeit hat enorme Auswirkungen auf die Gesundheit und Produktivität unserer Gesellschaft. Österreich und weite Teile Europas sind absolute Klimawandel-Hotspots, die aktuelle Situation macht deutlich, wie dringend wir hier gegensteuern und in Klimaschutz und Klima-Anpassungsmaßnahmen investieren müssen", ergänzt Schaffhauser.