"Nioh 2: Der erste Samurai" - Ehrenvoller Abschluss

Auch im finalen DLC "Der erste Samurai" lässt Team Ninja nichts anbrennen und spendiert dem Samurai-Hardcore-Rollenspiel einen würdigen Abschluss.

"Nioh 2" war nicht nur bei Hardore-Rollenspiel-Fans 2020 in aller Munde. Zwar hat sich der zweite Teil des brechharten Samurai-Titels für die PlayStation 4 seinen hohen Schwierigkeitsgrad behalten, wurde aber im Vergleich zum Hauptspiel durch neue Koop-Modi etwas Einsteiger-freundlicher. Nach dem überragenden Hauptspiel und zwei folgenden, ebenfalls beachtenswerten Erweiterungen, bricht nun mit "Der erste Samurai" der letzte DLC über das Abenteuer herein.

"Nioh 2" hat sich mit den drei Erweiterungen von einem hervorragenden zu einem der Spiele des Jahres entwickelt. Zwar löst der dritte DLC nicht alle Story-Fragen der vorangegangenen Inhalte auf, doch die Handlung war auch nie die große Stärke des Rollenspiels. Stattdessen wurde das bereits im Hauptspiel ausgeklügelte Gameplay mit neuen Spielweisen und mehr Raum für Experimente erweitert - wen stört da schon, dass die Story etwas auf der Strecke bleibt.

Stärker Story-basiert

Auch "Der erste Samurai" nutzt die aus den Vorgängern bekannten Zeitreisen für einen neuen Ausflug in die Geschichte. Dieses Mal landet der Spieler im Jahr 797, also noch vor der Zeit, in der Samurais überhaupt bekannt wurden. Beantwortet werden dort die Fragen um das magische Schwert Sohayamaru, seinen ursprünglichen Träger und seinen Zweck. Der dritte DLC schafft es auch, diese Story besser mit dem Spiel-Protagonisten und seiner Familie, aber auch mit dem Bösewicht zu verknüpfen. Der DLC ist weit stärker Story-basiert, überzeugt aber nicht vollkommen.

Konkret gibt es zwei Probleme: Einerseits wurde die Handlung von vielen Spielern aufgrund der vielen Verwirrungen um vorkommende Figuren und Geschehnisse eher überflogen und lässt sich damit im finalen DLC kaum mehr verstehen - andererseits sorgt das Thema Zeitreisen dafür, dass viele Figuren aus dem Hauptspiel und den anderen beiden Erweiterungen nach kurzen Auftritten gar nicht mehr vorkommen. Auch das Story-Finale überfordert: Was gegen Ende des DLC basiert, deutet dramatische Auswirkungen auf beide "Nioh"-Spiele an, lässt sich aber insgesamt kaum verstehen.

Alles auf das Endgame getrimmt

In einiger Hinsicht bricht "Der erste Samurai" auch mit den "Nioh"-DLC-Traditionen. Statt eines neuen Waffentyps gibt es nur zusätzliche Arten bereits bekannter Waffengattungen, statt neuer Kombos und Manöver bleibt man auf die bisher gelernten beschränkt. Dafür haben die leicht überarbeiteten Fähigkeitenbäume neue und freischaltbare Skills bekommen, und Endgame-Spieler, die auch nach dem Finale immer weiter spielen, bekommen extrem harte Herausforderungen, aber auch gewaltige Item-Belohnungen. 

Nicht fehlen darf aber auch ein neues New Game Plus, das auch wie in Teil 1 wieder "Dream of the Nioh" heißt und damit der mittlerweile vierte NG+-Modus ist. Neu ist nun die Unterwelt, die schon im Endgame des ersten Teils vorkam und dort "Abyss" hieß. Anders als in "Nioh" kann man die Unterwelt in "Nioh 2" aber nicht so einfach betreten, denn dafür muss man das Spiel erst drei Mal in den New-Game-Modi durchgespielt haben, um "Dream of the Nioh" und damit den Zugang freizuschalten. Eindeutig alles auf Endgame getrimmt also.

Ehrenvoller und 

Wer also den finalen "Nioh 2"-DLC nur zum einmaligen Durchspielen ausprobiert, wird anhand des Endgame-Fokus vielleicht enttäuscht werden. Aber auch für Endgame-Spieler fehlt bisher eine wichtige Komponente: Einen eigenen Spieler-gegen-Spieler-Modus gibt es bisher nicht, was dem stetigen Aufleveln des eigenen Charakters und der Ausreizung der Skills etwas die Motivation nimmt. Immerhin: Auch im Vorgänger "Nioh" wurde dieser Modus erst spät per Update hinzugefügt, man darf also noch auf weitere Neuerungen hoffen.

"Nioh 2: Der erste Samurai" ist aber dennoch ein ehrenhafter und würdiger Abschluss des Games. Die neuen Missionen sind abwechslungsreich, die Regionen grafisch atemberaubend und die neuen Feinde weit interessanter als die meisten der bisher bekannten Gegner. Neu sind auch einige bekannte Feinde in neuen Formen als Minibosse sowie wieder herausfordernde neue Hauptbosse, die dem Spieler alles abverlangen. Wer sich den Herausforderungen stellt, wird nicht enttäuscht werden.

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