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Stadt verbietet Wiener befreundete Ukrainer aufzunehmen

Ein Wiener möchte einem ukrainischen Mutter-Tochter-Paar sein Sommerhaus in Klosterneuburg zur Verfügung stellen, doch die Stadt stellt sich quer. 

Marlene Postl
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Ein ukrainisches Mutter-Tochter-Paar darf nicht bei einem befreundeten Wiener unterkommen.
Ein ukrainisches Mutter-Tochter-Paar darf nicht bei einem befreundeten Wiener unterkommen.
Strombad Kritzendorf / privat

Tausende ukrainische Kriegsflüchtlinge suchen aktuell eine Unterkunft in Wien, ein Wiener hat ein ungenutztes, voll funktionstüchtiges Ferienhaus – für Bernhard (Name von der "Heute"-Redaktion geändert) eine völlig logische Sache. Er möchte sein Sommerhaus in Klosterneuburg zwei Ukrainerinnen zur Verfügung stellen. Die Gemeinde macht ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. 

Bernhard brachte bereits mehrere Geflüchtete in Wohnungen in der Wiener City unter, die er sonst als Business-Apartments vermietet. Als er erfuhr, dass eine befreundete Ukrainerin und deren Mutter ebenfalls eine Unterkunft in Wien suchen, bot er ihnen sein Haus an. Dafür brauchte er allerdings zuerst den Segen der Gemeinde – würde er sein Sommerhaus einfach verleihen, würde er eine Kündigung des Pachtvertrags riskieren. Bernhard besitzt nur das Haus, nicht aber den Grund, auf dem es steht: "Dann kann ich mein Haus auf einen Lkw laden und abtransportieren lassen", sorgt sich der Wiener. 

Stadt Klosterneuburg erteilt Absage wegen Hochwassergefahr

Der Wiener rechnete nicht damit, auf irgendwelche Hürden zu stoßen – dann erhielt er die Absage aus dem Büro der Stadt Klosterneuburg. Bernhard ist schockiert: "Es handelt sich hier nicht um irgendwelche Fremden sondern zwei Freundinnen von mir. Sie sprechen sogar fließend Deutsch!" Vonseiten der Gemeinde untersagt man ihm die Unterbringung der beiden Frauen mit der Begründung, die Hochwassergefahr sei zu groß. Dass Bernhard selber seine Wochenenden in Klosterneuburg verbringt, scheint irrelevant zu sein – für ihn scheint die Donau keine Bedrohung dazustellen. 

Wiener: "Möchte nicht, dass meine Freunde auf Feldbetten schlafen müssen"

Vonseiten der Stadt informierte man Bernhard, es seien bereits private wie auch öffentliche Unterkünfte angeboten und bezogen worden. Man habe ein eigenes Koordinationskomitee gegründet und arbeite mit der Caritas zusammen. Insgesamt werde man rund 550 Personen in Klosterneuburg einen Platz zum Wohnen bieten. "Das ist löblich, allerdings möchte ich meine Freunde nicht in einer Kaserne oder einem Altersheim unterbringen, wenn mein Haus ohnehin leer steht", ärgert sich der Wiener gegenüber "Heute".

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