Norbert Hofer: "Rücktritt war schon lange geplant"

Norbert Hofer
Norbert HoferFlorian Schroetter / EXPA / picturedesk.com
In einem persönlichen Statement erklärt Norbert Hofer die Gründe für seinen Rücktritt als FPÖ-Chef - und was er für die Zukunft plant. 

Völlig überraschend legte Norbert Hofer am Dienstag seine Funktion als FPÖ-Chef zurück. In einem persönlichen Statement auf Facebook erklärt der 50-Jährige jetzt seine Beweggründe für diesen Schritt und was er für die Zukunft plant.  

Persönliche Gründe haben Ausschlag gegeben

"Viele von Euch waren gestern sicher überrascht, dass ich meine Funktion als Bundesparteiobmann der FPÖ zurückgelegt habe. Diese Überraschung kann ich verstehen. Der Entschluss, diesen Schritt zu setzen, ist aber schon lange in mir gereift", schreibt Hofer. Tiefst persönliche Gründe haben den Ausschlag für diese Entscheidung, die er am Tag seiner Rückkehr aus einem mehrwöchigen Reha-Aufenthalt öffentlich machte, gegeben. 

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"Ihr kennt meine persönliche Lebensgeschichte: mein Absturz mit dem Paragleiter, die erste Diagnose Querschnittlähmung, dann der Hoffnungsschimmer, doch wieder gehen zu können, der lange und harte Weg zurück, über ein Jahr lang in Reha-Kliniken wieder daran arbeiten, sein altes Leben zurück zu bekommen. Meine Familie, meine Kinder, meine Freunde – sie alle haben mich auf diesem Weg unterstützt, wofür ich ihnen unendlich dankbar bin", so der 50-Jährige.

Er dankt auch seinen politischen Mitstreitern, die sich nach dem "Ibiza"-Fiasko für eine Rückkehr der FPÖ zu einer stabilen Partei einsetzen: "Rückblickend kann ich sagen: Ich habe es keine Sekunde bereut."

Geht den freiheitlichen Weg weiter

Wer auf blaue Schmutzwäsche hofft, wird enttäuscht. Wer mit einer Empfehlung für einen Nachfolger rechnet, ebenso: "Wer auch immer meine Nachfolge an der Spitze der Bundespartei antreten wird, hat dieselbe Unterstützung verdient, wie auch ich sie bekommen habe", so Hofer. Es sei in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren wichtig, Geschlossenheit an den Tag zu legen, damit die FPÖ auch weiterhin positiv in die Zukunft blicken könne.

Norbert Hofer gab am Dienstag seinen Rücktritt als FPÖ-Chef bekannt
Norbert Hofer gab am Dienstag seinen Rücktritt als FPÖ-Chef bekanntScreenshot Twitter

Apropos Zukunft: Ob er bei der nächsten Bundespräsidentenwahl antreten wird oder sein Amt als dritter Präsident des Nationalrats jetzt zurücklegt, darüber schweigt sich der gebürtige Steirer - noch - aus. Er werde den freiheitlichen Weg jedoch auch weiterhin mit aller Kraft unterstützen – "für die FPÖ und für unsere Heimat Österreich!". 

Kickl dankt Hofer

Nur wenige Minuten nach Hofers Posting meldet sich auch Herbert Kickl zu Wort. Er dankte dem scheidenden FPÖ-Chef für seinen langjährigen Einsatz: "Bundespräsidentenwahl 2016, Nationalratswahl 2017, dann intensive Regierungsverhandlungen, das Ministeramt samt Regierungskoordination und zuletzt 2019 die Übernahme der Parteispitze nach den Wirren rund um Ibiza – all das hinterlässt auch beim Stärksten natürlich Spuren." 

Die FPÖ müsse nun "mit der nötigen Ruhe" und "in einem freundschaftlichen Miteinander" eine innerparteiliche Weichenstellung vorzunehmen. "Was mich persönlich betrifft: Ich habe bereits gestern gesagt und wiederhole es an dieser Stelle. Ich werde meinen Beitrag zu dieser freiheitlichen Zukunftsaufstellung selbstverständlich leisten. Darauf könnt ihr euch verlassen!", so Kickl.

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