Wegen US-Manöver

Nordkorea feuert ballistische Rakete Richtung Japan ab

Nordkorea feuert kurz vor US-südkoreanischem Manöver eine ballistische Rakete ab. Japan spricht von Bedrohung für Frieden und Sicherheit.
Newsdesk Heute
12.08.2026, 06:19
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Wenige Tage vor einem gemeinsamen Militärmanöver von den USA und Südkorea hat Nordkorea laut Angaben aus Seoul wieder eine ballistische Rakete abgefeuert. Die nordkoreanische Rakete wurde Richtung Japan geschossen und hat über dem Meer mehr als 700 Kilometer zurückgelegt, erklärte der Generalstab der südkoreanischen Armee am Mittwoch. Die japanische Regierung hat den Vorfall als "Bedrohung für Frieden und Sicherheit" kritisiert.

"Unser Militär hat gegen 6 Uhr den Start einer ballistischen Rakete durch Nordkorea aus dem Gebiet Wonsan in Richtung Ostmeer registriert", gab der südkoreanische Generalstab bekannt. Dabei wurde die koreanische Bezeichnung für das Japanische Meer verwendet. "Unsere Armee hat ihre Wachsamkeit und die Überwachung im Hinblick auf mögliche weitere Starts verstärkt." Zusätzlich wurde der Nationale Sicherheitsrat zu einer Krisensitzung einberufen.

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Der japanische Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi nannte den Raketenstart eine "Bedrohung für Frieden und Sicherheit in unserer Region". Seine Regierung hat über diplomatische Kanäle in Peking "scharfen Protest" bei Nordkorea eingelegt.

Der Raketenstart erfolgte nur wenige Tage vor dem geplanten Beginn von großen gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkorea. Das auf elf Tage angesetzte Manöver mit tausenden Soldaten aus beiden Ländern startet am Montag und soll offiziell auf eine mögliche Verteidigung gegen die Atommacht Nordkorea vorbereiten.

Beim Manöver "Ulchi Freedom Shield" machen 18.000 südkoreanische Soldaten sowie Einsatzkräfte aus dem US-Kontingent im Land mit, das insgesamt 28.500 Soldaten umfasst. Die Übungen sollen die Teilnehmer auf einen möglichen Kampf gegen nordkoreanische Truppen vorbereiten, die durch Einsätze in Europa kampferprobt seien, wie ein Sprecher des Manövers am Montag mit Blick auf den Einsatz nordkoreanischer Soldaten im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gesagt hat. "Unsere Übungen tragen dieser Bedrohung Rechnung", so Ryan Donald vom US-südkoreanischen Streitkräftekommando.

Nordkorea kritisiert die regelmäßigen Übungen von den Truppen aus Washington und Seoul als Vorbereitung auf eine Invasion in das kommunistische Land. Der international isolierte Staat hat in den vergangenen Jahren schon öfter Raketentests im Umfeld dieser US-südkoreanischen Übungen durchgeführt.

"Nordkorea hat noch nie ein gemeinsames Militärmanöver Südkoreas und der USA einfach ohne Reaktion verstreichen lassen", sagt Nordkorea-Experte Lim Eul Chul von der Kyungnam-Universität in Südkorea. "Dies ist ein Signal dafür, dass Pjöngjang das bevorstehende Manöver genau beobachtet und eine Provokation inszenieren könnte, sollte es dies für notwendig erachten."

Der Raketentest erfolgte zudem fast zeitgleich mit der Veröffentlichung einer gemeinsamen Erklärung von etwa 40 Ländern, die vor den Gefahren unangekündigter Tests ballistischer Raketen warnen. Durch solche Tests würden Frieden und Sicherheit bedroht, heißt es in der Erklärung von Staaten aus Europa und dem indopazifischen Raum, darunter die USA.

"Die Durchführung von Tests atomwaffenfähiger ballistischer Raketen ohne ausreichende Vorankündigung und detaillierte Angaben ist gefährlich und beeinträchtigt Frieden und Sicherheit der betroffenen Staaten in der Nähe dieser Tests", erklärten die Unterzeichnerstaaten. "Dies erhöht das Risiko von Fehleinschätzungen, untergräbt die globale Stabilität und Sicherheit und ist unvereinbar mit der Verantwortung, die mit dem Besitz von Langstreckenraketen-Kapazitäten einhergeht." Vor einem Monat hat China eine atomwaffenfähige ballistische Rakete gestartet.

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