Putin-nahe Nationalisten verlangen von dem Kreml-Chef nun eine vollständige Abkehr von der Diplomatie und ein härteres Vorgehen im Krieg gegen die Ukraine. Grund dafür sind Drohnenangriffe auf russische Raffinerien.
Die Hardliner sprechen sich für eine Generalmobilmachung, die Zerstörung des Kiewer Regierungsviertels, die Tötung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie für Militärschläge gegen europäische Drohnenfabriken aus, berichtet der "Kurier".
So fragte der Unternehmer Konstantin Malofejew nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie in Moskau vergangene Woche, was noch alles passieren müsse, "damit wir anfangen, richtig zu kämpfen". Er rief zum Einsatz von Atomwaffen auf.
Im Blog "Vom Krieg besessen" wurde für die Bombardierung ukrainischer Großstädte plädiert. Man wolle das Land unbewohnbar machen. Zudem soll man sich aus den von den USA vermittelten Friedensgesprächen zurückziehen – diese seien ohnehin gescheitert.
Die Führung in Moskau möchte sich unterdessen allerdings eine diplomatische Lösung offenhalten. Kreml-Chef Wladimir Putin kam den Forderungen der Hardliner bisher nicht nach. Trotzdem veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium im April die Adressen europäischer Fabriken, die Drohnen für die Ukraine herstellen. Dies sei als Warnung zu verstehen.
Unterdessen hält Putin an seiner Strategie im Krieg fest und zeigte sich am Dienstag vor Absolventen von Militärakademien siegessicher. Demnach würden die russischen Truppen bald die ostukrainische Stadt Kostjantyniwka im Donbas einnehmen. Zudem würden Politiker in Europa Einfluss gewinnen, die die Beziehungen zu Moskau normalisieren wollen. Laut dem Kreml-Chef werde sich alles fügen.