Nordkoreas Hacker-Armee ist die "perfekte Waffe"

Anders als beim Atomprogramm wird Kims Regime für seine Cyberangriffe nicht mit Sanktionen belegt, obwohl schon länger Ziele im Westen attackiert werden.

Es gab eine Zeit, da wurden Cyberattacken aus Nordkorea belächelt. So versuchten deren Hacker noch 2016, eine Milliarde Dollar aus der US-Notenbank in New York zu stehlen. Die Aktion flog jedoch wegen eines Schreibfehlers auf. Im Antrag für die Überweisung stand "fandation" statt "foundation". Laut "New York Times" wurden dennoch 81 Millionen Dollar erbeutet.

Doch die Hacker-Armee von Kim Jong-un wird zu einer immer größeren Bedrohung. Die britischen und amerikanischen Geheimdienste sind alarmiert. Erst kürzlich erfolgte ein Angriff auf eine englische Firma, die für den Fernsehsender Channel 4 eine provokative Serie über Nordkorea produzieren sollte, wie die BBC berichtet. Dabei kam es allerdings zu keinem nennenswerten Schaden.

Neuere Attacken

Im Sommer sorgte die Ransomware Wannacry weltweit für Computerausfälle. Tausende Organisationen in über 150 Ländern wurden erpresst. Wannacry soll ebenfalls auf das Konto der Nordkoreaner gehen, obwohl es dafür keine stichfesten Beweise gibt.

Auch der misslungene Angriff auf die taiwanische Far Eastern International Bank, bei dem 60 Millionen Dollar gestohlen werden sollten, wird dem Regime in Pyongyang zur Last gelegt. Das berichtet Reuters mit Verweis auf eine britische Cyber-Sicherheitsfirma.

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Es geht um Geld

Angeblich versucht Nordkorea, durch die Hacker-Attacken an Devisen zu kommen, denn das Land ist wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms international isoliert und mit schweren Sanktionen belegt. Im Schatten der militärischen Aufrüstung baute es deshalb seine Fähigkeiten im Cyberspace stark und relativ unbemerkt aus.

Nach dem Bericht der "New York Times" zählt die Hacker-Armee Nordkoreas bereits 6.000 Mann. Und sie scheint die "perfekte Waffe" zu sein, denn aus Angst vor einem Krieg auf der Koreanischen Halbinsel wird kaum jemand eine militärische Reaktion auf einen Cyberangriff in Betracht ziehen.

Keine einfache Lösung

Die einfachste Antwort auf die Bedrohung im Cyberspace wäre es, Nordkorea das Internet zu kappen. Das ist allerdings zu einfach gedacht, da die Hacker wohl von außerhalb des Landes operieren. Die Firma Recorded Future fand heraus, dass die meisten Angriffe aus oder über Länder wie Indien, Malaysia, Neuseeland, Nepal, Kenia, Moçambique oder Indonesien erfolgen.

Bislang ging es hauptsächlich um Geld. Doch der nächste Schritt sei ein massiver Cyberangriff auf die USA, glaubt der ehemalige Berater des amerikanischen Heimatschutzministeriums, Robert P. Silvers. Ob er mit seiner Einschätzung recht hat, wird sich zeigen. Belächelt wird die nordkoreanische Cyber-Truppe auf alle Fälle längst nicht mehr. (swe)

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