Das skandinavische Land setzt ein spektakuläres Infrastrukturprojekt um: Ein 1,7 Kilometer langer Tunnel durch die Halbinsel Stadlandet soll künftig selbst große Kreuzfahrtschiffe aufnehmen können.
Das Bauwerk wird 36 Meter breit und 50 Meter hoch. Die lichte Höhe über dem Wasser beträgt 33 Meter - genug Platz für Schiffe der berühmten Hurtigruten-Linie.
Wie heise.de berichtet, hat das Storting, Norwegens Parlament, den Bau des Projekts beschlossen. Der Tunnel soll einen sicheren Seeweg zwischen der Bucht Sildegap und dem Vanylvsfjord schaffen.
Der Grund für den gigantischen Aufwand: Die Gewässer vor der Halbinsel gelten als äußerst gefährlich. Etwa ein Drittel des Jahres toben dort Stürme mit Wellen von bis zu 30 Metern Höhe. Anders als sonst an Norwegens Küste fehlen schützende Inseln.
Die Idee für den Tunnel ist übrigens nicht neu - sie wurde bereits 1874 geboren. Erste Machbarkeitsstudien gab es vor über 30 Jahren. 2021 wurde das Projekt genehmigt, 2025 wegen explodierender Kosten vorläufig gestoppt.
Nun wurde ein Kompromiss gefunden: Der Kostenrahmen wurde auf 8,6 Milliarden norwegische Kronen begrenzt. Anfang 2027 sollen die Prozesse für den Baustart eingeleitet werden.
Drei Konsortien konkurrieren noch um den Auftrag: AF Gruppen, Eiffage Genie Civil und die Arbeitsgemeinschaft Skanska/Vassbakk & Stol. Eine Entscheidung soll bald fallen.
Der Stad-Schiffstunnel wird der größte seiner Art weltweit. Der längste Schiffstunnel bleibt jedoch der Standedge-Tunnel in Nordengland mit über 5 Kilometern - allerdings ist dieser deutlich kleiner dimensioniert.