Ein Notebook, das heute rund 1.000 Euro kostet, könnte schon bald an der 1.400-Euro-Marke kratzen. Der taiwanische Marktbeobachter Trendforce rechnet mit einem massiven Preisanstieg bei Mittelklasse-Laptops von fast 40 Prozent.
Grund dafür sind explodierende Kosten für Arbeitsspeicher (DRAM), SSDs und Mobilprozessoren. Deren Anteil an den Produktionskosten soll von 45 auf 58 Prozent steigen. Allein der Kostenanteil von DRAM und SSD könnte sich von 15 auf mindestens 30 Prozent verdoppeln.
Wie heise.de unter Berufung auf Trendforce berichtet, verschärfen auch die Hersteller selbst die Lage. Wollen sie ihre bisherige Marge halten, reichen sie nicht nur die gestiegenen Kosten an die Käufer weiter - sie erhöhen die Preise sogar darüber hinaus. Die Marge ist eine wichtige Kennzahl für die Börse.
Intel soll bei einigen Einstiegsprozessoren und älteren Generationen die Preise bereits um mehr als 15 Prozent angehoben haben. Mainstream- und High-End-Modelle könnten in den nächsten Monaten folgen. Auch bei AMD halten Experten Lieferengpässe für realistisch, was zu weiteren Preissteigerungen führen kann.
Besonders hart trifft es günstige Notebooks unter 500 Euro. Die Marktforscher von Gartner sagen bereits das Ende billiger Laptops voraus. Knappe Produktionskapazitäten bei der Chip-Herstellung verschärfen das Problem zusätzlich, da Fertiger hochpreisige Prozessoren bevorzugen.
Apple wirbelt mit dem MacBook Neo gerade die 700-Euro-Klasse auf. Der Konzern hat durch seine Größe eine starke Verhandlungsposition gegenüber Speicherherstellern. Preissteigerungen bei Intel und AMD sind für Apple irrelevant, da der Hersteller eigene Prozessoren beim Chipfertiger TSMC herstellen lässt.
Die KI-Branche verschärft die Situation zusätzlich. Für den Betrieb von Rechenzentren wird weltweit immer mehr Speicher benötigt, was die Lagerbestände der Hersteller drückt und die Preise weiter nach oben treibt. Wer einen Laptop-Kauf plant, sollte nicht zu lange warten.